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Ratgeber · Für Verwalter und Eigentümer

Flachdachentwässerung warten: Abläufe, Notentwässerung und der eigene Takt

Die Entwässerung ist der Teil des Flachdachs, der am seltensten für sich betrachtet wird – dabei hat sie ein eigenes Regelwerk und einen eigenen, kürzeren Prüfabstand als die Dachfläche. DIN 1986-3 behandelt Abläufe, Rinnen und Fallrohre getrennt und hat den Abstand für gedrosselte Abläufe mit der Ausgabe 2024-05 noch einmal halbiert. Eine Entwässerungsprüfung erfasst die einzelnen Bauteile, typische Ausfälle und die Funktionsfähigkeit der Notentwässerung; ein trockener Notüberlauf ist dafür allein kein Nachweis.

Zuletzt geprüft: 26. Juli 2026 · Aus der Praxis geprüft von Thorge Harms, Geschäftsführer Dachwartung Profi

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Wie ein Flachdach entwässert

Ein Flachdach entwässert über Dachabläufe im Tiefpunkt, über Rinnen an der Traufe oder über die Attika nach außen. Nach DIN 1986-100 braucht jede Dachfläche und jeder konstruktiv vorgegebene Tiefpunkt mindestens einen Dachablauf und eine Notentwässerung. Ob das Wasser drucklos oder in vollgefüllter Leitung abfließt, entscheidet die Bauart der Anlage.

Für die Wartung ist diese Bauart kein akademisches Detail. Sie bestimmt, wie sich eine Störung bemerkbar macht – und ob sie sich überhaupt bemerkbar macht, bevor der nächste Starkregen kommt.

Freispiegelentwässerung

Prinzip: Schwerkraft, drucklos, teilgefüllte Leitung. DIN EN 12056-3 begrenzt den Füllungsgrad auf 0,7 in waagerechten und 0,33 in senkrechten Leitungen; die Leitungen brauchen Gefälle.

Für die Wartung: Jeder Ablauf hat seinen eigenen Weg nach unten. Setzt sich einer zu, betrifft das zunächst nur die Teilfläche, die an ihm hängt – die anderen laufen weiter. Genau deshalb fällt es lange nicht auf.

Druckströmungsentwässerung

Prinzip: Planmäßig vollgefüllte Leitungen. Mehrere Abläufe hängen an einer gefällelosen Sammelleitung; die Anlage arbeitet mit hohen Fließgeschwindigkeiten.

Für die Wartung: Die hohen Geschwindigkeiten wirken Ablagerungen in der Leitung entgegen – aber nur, wenn das System auch anspringt. Ein zugesetzter Einlauf nimmt dem ganzen Strang das Wasser, mit dem er sich frei hält.

Attikaentwässerung

Prinzip: Das Wasser verlässt das Dach seitlich durch die Attika statt nach unten durch den Dachaufbau. Im Bestand oft die Lösung, wenn die vorhandenen Grundleitungen zu klein sind.

Für die Wartung: Wartungsrelevant sind der Anschluss an die Wand und die Mündung nach außen: Sie muss frei auslaufen können und darf nicht in einen zugewachsenen oder zugestellten Streifen entwässern.

Welche Bauart ein bestehendes Dach hat, lässt sich meist an der Leitungsführung im obersten Geschoss ablesen: Ein eigener Fallstrang je Ablauf spricht für Freispiegel, eine gefällelose Sammelleitung mit mehreren angeschlossenen Abläufen für Druckströmung. Die Auslegung einer Anlage gehört in jedem Fall zum Fachplaner – für das Wartungsgespräch genügt es zu wissen, was an diesem Dach hängt.

Die Bauteile – und was an ihnen ausfällt

Eine Dachentwässerung besteht aus mehr als dem sichtbaren Gitter im Tiefpunkt: Ablaufkörper, Aufsatz, Anschluss an die Abdichtung, Notüberlauf oder Notablauf, Rinnen und Fallrohre, beim Retentionsdach zusätzlich das Drosselelement. Jedes dieser Bauteile hat eine typische Störung – und für jede gibt es einen Handgriff, den die Wartung daran vornimmt.

Bauteil Wofür es da ist Typische Störung Was die Wartung daran tut
Dachablauf (Gully) Nimmt das Wasser einer Teilfläche im Tiefpunkt auf und übergibt es an die Leitung. Laub, Kies, Schlamm und Moos im Trichter; der Ablauf sitzt zu hoch, ringsum steht dauerhaft Wasser. Aufsatz abnehmen, Trichter räumen, Durchfluss mit einer Probemenge Wasser prüfen, Sitzhöhe beurteilen.
Laubfang- oder Kiesfangaufsatz Hält Grobschmutz, Kies und Substrat vom Ablaufkörper fern. Fehlt, ist eingedrückt oder selbst so dicht zugesetzt, dass er zum Stauelement wird. Ausbauen, reinigen, wieder einsetzen; fehlende oder beschädigte Aufsätze ersetzen statt weglassen.
Klemmflansch und Anschluss an die Abdichtung Verbindet den Ablaufkörper wasserdicht mit der Abdichtungsbahn. Lose Verschraubung, aufgestellter Bahnenrand, dunkle Ränder und Durchfeuchtung am Einlauf. Sitz und Anschluss ansehen, Befund fotografieren und einstufen – hier wird nicht gereinigt, sondern beurteilt.
Notüberlauf (Öffnung in der Attika) Führt Wasser ab, sobald die Regelentwässerung überlastet oder gestört ist. Zugesetzt, zugewachsen oder von abgestellten Gegenständen verstellt; der Auslauf außen ist verbaut. Öffnung freiräumen, Unterkante von Kies und Substrat freihalten, freien Auslauf auch von außen prüfen.
Notablauf (zweiter Ablaufkörper mit eigener Leitung) Dieselbe Aufgabe wie der Notüberlauf, aber über ein eigenes Rohr mit freiem Auslauf. Verschlossen oder überbaut; im schlimmsten Fall an die Hauptentwässerung angeschlossen. Freilegen, Durchgang prüfen und dokumentieren, wohin die Leitung tatsächlich führt.
Gedrosselter Ablauf mit Drosselelement Gibt das Wasser eines Retentionsdachs planmäßig verzögert ab. Der kleine Drosselquerschnitt setzt sich zu; der Anstau steigt über das geplante Maß. Drosselelement freilegen und reinigen, Anstauhöhe beurteilen, Notweg auf Funktion kontrollieren.
Kontrollschacht über dem Ablauf (Gründach) Hält den Ablauf unter Substrat und Vegetation zugänglich und kontrollierbar. Deckel fehlt oder ist überschüttet, der Zulauf ist zugewachsen, das Filtervlies ist zugesetzt. Schacht öffnen, Zulauf und vegetationsfreien Streifen freilegen, Vlies und Substratkante ansehen.
Dachrinne (außenliegend oder innenliegend) Sammelt das Wasser an Traufe oder Attika und führt es zum Fallrohr. Laub, Bewuchs und Schlamm; hängende Abschnitte, in denen Wasser steht; Überlauf über die Fassade. Räumen und spülen, Halter und Nahtstellen ansehen, Gefälleverlauf im Auge behalten.
Fallrohr Führt das gesammelte Wasser nach unten ab. Verstopfung am Bogen oder im Standrohr; fehlendes Laubfangsieb; Wasserfahnen an der Fassade. Auf Durchfluss prüfen und spülen, vorhandene Revisionsöffnungen nutzen, Sieb ergänzen.

Ein Punkt aus dieser Tabelle wird regelmäßig unterschätzt: Wie viel ein Ablauf tatsächlich abführt, hängt nicht allein von der Nennweite ab, sondern von der Höhe des aufstehenden Wassers. Nach DIN EN 1253-2 geben die Hersteller die Abflussleistung ihrer Dach- und Attikaabläufe deshalb in Abhängigkeit von der Druckhöhe an, als Tabelle oder Diagramm. Für die Praxis folgt daraus eine einfache Regel: Geprüft wird der Durchfluss, nicht die Optik.

Der zweite unterschätzte Punkt ist der Anschluss an die Abdichtung. Am Einlaufrand treffen Ablaufkörper, Klemmflansch und Bahn aufeinander – drei Materialien mit unterschiedlichem Bewegungsverhalten, dauerhaft im nassen Bereich. Was dort auffällt, ist kein Reinigungsbefund, sondern ein Abdichtungsbefund und gehört entsprechend eingestuft ins Protokoll. Wie ein Befund belastbar dokumentiert wird, steht in Wartungsprotokoll Dach: Inhalt, Beweiswert, Vorlage.

Die Notentwässerung: das Bauteil, das nur im Ernstfall arbeitet

Die Notentwässerung ist kein Zubehör, sondern die zweite Sicherheitsebene des Dachs. Sie springt erst an, wenn die Regelentwässerung überlastet oder gestört ist, und sie darf nach DIN 1986-100 nicht an die Entwässerungsanlage angeschlossen werden: Ihr Wasser muss mit freiem Auslauf auf eine schadlos überflutbare Fläche des Grundstücks abfließen.

Weil sie im Normalbetrieb nichts tut, wird sie bei Begehungen leicht übergangen – sie fällt nicht auf, solange sie fehlt, und sie fällt auch nicht auf, wenn sie zugesetzt ist. Genau das macht sie zum wichtigsten einzelnen Prüfpunkt der Entwässerung.

Notüberlauf

Eine Öffnung durch die Attika. Das Wasser verlässt das Dach seitlich und läuft sichtbar außen an der Fassade herab. Dass dabei Fassade oder Bauteile nass werden und Schaden nehmen können, wird bewusst in Kauf genommen – ein Notweg ist kein Gestaltungselement. Der sichtbare Auslauf hat einen praktischen Vorteil: Man sieht von unten, dass er angesprungen ist.

Notablauf

Ein zweiter Ablaufkörper auf der Dachfläche mit eigener Leitung. Er sieht aus wie ein gewöhnlicher Gully und wird deshalb im Bestand gelegentlich für einen zusätzlichen Regelablauf gehalten – mit der Folge, dass seine Leitung irgendwann an die Hauptentwässerung angebunden wird. Genau das ist unzulässig: Auch er braucht den freien Auslauf.

Wie groß eine Notentwässerung sein muss, ergibt sich nicht aus der Dachfläche allein. Bemessen wird sie auf die Differenz zwischen dem standortbezogenen Jahrhundertregen und dem, was die Regelentwässerung ohnehin abführt; gemeinsam müssen beide Systeme mindestens den fünfminütigen Jahrhundertregen am Gebäudestandort bewältigen. Die dafür maßgeblichen Regenspenden sind kein bundesweiter Einheitswert – verbindlich sind seit dem 1. Januar 2023 die Rasterwerte KOSTRA-DWD-2020 des Deutschen Wetterdienstes. Die Rechnung selbst gehört zum Fachplaner. Für die Wartung genügt die Folgerung: Die Notentwässerung ist auf einen Regen ausgelegt, den man selten erlebt – und deshalb fällt es nicht auf, wenn sie nicht funktioniert.

Das erklärt auch ihre Anordnung. Die Unterkante der Notentwässerung liegt oberhalb der Druckhöhe, die der gewählte Dachablauf für seine Leistung braucht – sonst würde sie schon bei gewöhnlichem Regen mitlaufen. Daraus folgt der wichtigste Satz dieses Abschnitts: Ein trockener Notüberlauf ist kein Beweis dafür, dass er frei ist. Ob er funktioniert, zeigt sich erst in dem Moment, in dem er gebraucht wird – oder bei der Wartung, wenn ihn jemand aufsucht und freiräumt.

Was ein Wasseraufstau bedeutet – die Rechnung: Ein Zentimeter Wasser auf einem Quadratmeter sind zehn Liter, also rund zehn Kilogramm. Zehn Zentimeter Anstau auf 200 Quadratmetern Dachfläche ergeben damit etwa 20 Tonnen zusätzliche Last. Das ist eine reine Umrechnung über die Dichte von Wasser, keine Norm-Angabe – und sie sagt nichts darüber aus, was eine bestimmte Konstruktion trägt. Diese Frage beantwortet allein die Statik des Objekts. Die Rechnung zeigt nur, wie schnell aus einer Handvoll Laub im Ablauf eine Größenordnung wird, die niemand mehr im Kopf abschätzt. Genau auf diesen Lastfall antwortet die Notentwässerung.

Hinzu kommt der Winter. Steht Wasser im Trichter und friert, wirkt der Frost auf ein Bauteil, das dafür nicht gedacht ist – und die Entwässerung fällt genau dann aus, wenn Tauwasser und Schneeschmelze abgeführt werden müssten. Der Herbsttermin vor der Frostperiode ist deshalb der Termin, den man nicht verschiebt.

Retentionsdach: der gedrosselte Abfluss ist geplant

Beim Retentionsdach wird Niederschlag planmäßig zurückgehalten und über gedrosselte Abläufe verzögert abgegeben. Der Aufstau ist also gewollt und statisch nachgewiesen – nicht die Folge einer Störung. Genau deshalb wird hier häufig falsch verkürzt: Weder entfällt die Notentwässerung automatisch, noch ist das Drosselelement ein wartungsarmes Bauteil. Das Gegenteil trifft zu.

Zwei Dinge geraten dabei durcheinander. Das erste ist der Anstau selbst: Beim Retentionsdach ist er eingeplant, beim gewöhnlichen Flachdach ist stehendes Wasser ein Störungszeichen. Das zweite ist die Notentwässerung. Sie entfällt nicht deshalb, weil ein Dach Wasser zurückhalten soll, sondern nur in dem eng gefassten Ausnahmefall, den die Norm nennt: planmäßig vorgesehene Regenrückhaltung auf einem Flachdach in Massivbauweise, das dafür statisch berechnet ist und den Einstau bis zur Attikahöhe aufnehmen kann. Für Dächer in Leichtbauweise gilt diese Ausnahme nicht.

Wo dieser Nachweis nicht vorliegt, ist die Notentwässerung Teil der Retentionsplanung – mit einer verschobenen Aufgabe: Sie darf nicht schon beim planmäßigen Anstau mitlaufen, sondern erst darüber anspringen. Wer ein Retentionsdach übernimmt, sollte deshalb zwei Unterlagen im Objekt haben: den statischen Nachweis für den geplanten Anstau und die Angabe, auf welcher Höhe der Notweg beginnt.

Ausblick auf die Norm: Ein Entwurf der DIN 1986-100 mit Ausgabedatum Juni 2025 nimmt das Retentionsdach erstmals als eigenen Abschnitt auf – „Flachdachentwässerung mit gedrosseltem Abflussvermögen“ – und führt Abflussbeiwert, Anstauhöhe und Drosselabfluss als Rechengrößen ein; die Notentwässerung soll danach auf Höhe der maximalen Anstauhöhe des berechneten Rückhaltevolumens liegen. Ein Entwurf ist noch keine geltende Fassung: Maßgeblich bleibt bis zur Veröffentlichung die Ausgabe 2016-12.

Für die Wartung ist das Retentionsdach der anspruchsvollste Fall. Das Drosselelement arbeitet mit einem kleinen Querschnitt und niedriger Fließgeschwindigkeit – genau die Kombination, die Ablagerungen begünstigt. Deshalb hat DIN 1986-3 den Prüfabstand für gedrosselte Dachabläufe mit der Ausgabe 2024-05 von sechs auf drei Monate verkürzt, ausdrücklich aus Sicherheitsgründen und wegen der größeren Verstopfungsgefahr.

Warum die Entwässerung einen eigenen Takt hat

Die Dachfläche wird nach ihren eigenen Regelwerken inspiziert, die Entwässerung nach DIN 1986-3. Deren Ausgabe 2024-05 setzt für Entwässerungseinrichtungen einen Prüfabstand von mindestens sechs Monaten an und hat ihn für gedrosselte Dachabläufe auf drei Monate verkürzt – ausdrücklich, weil dort die Gefahr der Verstopfung größer ist.

Der Grund für den eigenen Takt liegt in der Art der Alterung. Eine Abdichtungsfläche altert langsam und weitgehend gleichmäßig; sie verändert sich über Jahre. Die Entwässerung dagegen wird von außen zugesetzt – von Laub, Nadeln, Kies, Substrat, Moos und dem, was andere Gewerke auf dem Dach hinterlassen. Das geschieht saisonal und schnell. Ein Ablauf, der im Mai frei war, kann im November zu sein.

In der Praxis fallen die beiden Termine mit der ohnehin üblichen Frühjahrs- und Herbstbegehung zusammen. Der Herbsttermin nach dem Laubfall trägt den größeren Teil der Reinigungsarbeit; im Frühjahr geht es um das, was der Winter hinterlassen hat. Bei gedrosselten Abläufen kommen zwei weitere Termine hinzu – ein Quartalsrhythmus, der sich nur planen lässt, wenn im Objektstamm überhaupt vermerkt ist, dass dieses Dach gedrosselt entwässert.

Ein Anlass kommt hinzu, den kein Kalender abbildet: Nach Starkregen, Sturm und nach Arbeiten anderer Gewerke auf dem Dach gehören die Abläufe angesehen – unabhängig davon, wann der letzte Termin war.

Wie sich daraus zusammen mit den Takten für Abdichtung, Anschlüsse und Sicherheitstechnik ein Jahresplan ergibt, steht in Wartungsintervalle Flachdach: Wie oft muss gewartet werden?. Dort steht die vollständige Übersicht über alle Intervalle; hier geht es nur um den Takt der Entwässerung und darum, warum er kürzer ist.

Was bei der Entwässerungsprüfung tatsächlich passiert

Eine Entwässerungsprüfung ist mehr als ein Blick in den Gully. Jeder Ablauf wird einzeln aufgesucht, der Aufsatz abgenommen und gereinigt, der Trichter geräumt und der Durchfluss mit Wasser geprüft. Danach folgen Notüberläufe, Rinnen und Fallrohre – und am Ende steht im Protokoll, was gereinigt, was ersetzt und was aufgefallen ist.

Ablauf einer Entwässerungsprüfung – zum Abhaken

Die Liste eignet sich als Anlage zum Auftrag. Wer sie beilegt, bekommt Angebote mit demselben Umfang – und vermeidet den häufigsten Streit nach einem Wasserschaden: die Frage, ob „Dachwartung“ die Notüberläufe eingeschlossen hat oder nicht. Wo die Entwässerung in der gesamten Begehung steht und welche Prüfpunkte die übrigen Bauteilgruppen haben, zeigt Flachdach-Inspektion: die Checkliste für Ihre Begehung.

Nicht ohne Sicherung: Das Freiräumen von Abläufen und Notüberläufen findet auf der Dachfläche und in Randnähe statt – also dort, wo die Absturzgefahr am größten ist. Diese Arbeit gehört zu einem Fachbetrieb mit eigener Ausrüstung und Unterweisung, nicht zum Hausmeisterdienst mit einer Anlegeleiter.

Diese Prüfung findet dort statt, wo die Absturzgefahr am größten ist. Wir sehen uns Abläufe, Notüberläufe, Rinnen und Fallrohre mit eigener Ausrüstung an und übergeben ein schriftliches Protokoll mit Fotodokumentation. Der Dach-Check ist kostenlos und unverbindlich.

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Im Bestand: älteres Dach, neue Anforderung

Viele Bestandsdächer haben keine Notentwässerung – sie wurden gebaut, bevor die Norm sie im Jahr 2002 verbindlich forderte. Ob im Einzelfall nachzurüsten ist, beurteilt ein Fachplaner. Klar geregelt ist der Sanierungsfall: Wird die Dachfläche saniert, verlangt DIN 1986-100, das Abflussvermögen der vorhandenen Entwässerungsanlage zu überprüfen.

Das trifft häufiger zu, als es klingt. Schon eine zusätzliche Dämmebene verändert Aufbauhöhe und Gefälleverhältnisse, und eine neue Abdichtung berührt jeden Ablaufanschluss. Die Sanierung ist damit der Moment, in dem die Entwässerung ohnehin auf den Tisch kommt – und der günstigste, um eine fehlende Notentwässerung zu ergänzen. Ist die vorhandene Grundleitung zu klein, ist die Attikaentwässerung oft der wirtschaftlichere Weg, weil sie das bestehende Leitungsnetz nicht zusätzlich belastet.

Für Verwaltungen mit mehreren Objekten ist das weniger eine technische als eine Datenfrage. Ob ein Dach eine Notentwässerung hat, wie viele Abläufe es gibt und ob sie frei ablaufen oder gedrosselt sind, steht selten in der Objektakte. Ein Wartungstermin ist der günstigste Moment, es einmal aufzunehmen:

  • Zahl und Lage der Dachabläufe je Teilfläche – auch die unter Kies, Substrat oder Modulreihen.
  • Notentwässerung vorhanden: als Notüberlauf in der Attika, als Notablauf mit eigener Leitung – oder gar nicht.
  • Wohin der Notweg führt: auf eine Fläche, die überflutet werden darf, oder auf einen zugebauten Streifen.
  • Frei ablaufend oder gedrosselt – davon hängt der Prüfabstand ab.
  • Rinnen und Fallrohre in laufenden Metern, mit Hinweis auf überhängenden Baumbestand.

Diese fünf Angaben entscheiden über den Takt und über den Umfang jedes künftigen Auftrags. Wie daraus ein Datenmodell und ein Jahresplan über den ganzen Bestand wird, steht in Wartungskalender für mehrere Objekte. Warum die Nachweiskette darüber hinaus zählt, behandelt Wartungspflicht Dach: Verkehrssicherungspflicht und Haftung.

Fazit: drei Fragen zu Ihrer Entwässerung

Ob die Entwässerung eines Objekts belastbar organisiert ist, entscheidet sich an drei Fragen: Wissen Sie, wie viele Abläufe und Notüberläufe dieses Dach hat? Werden sie in einem eigenen, kürzeren Takt geprüft als die Dachfläche? Und steht im Protokoll, was an jedem einzelnen Bauteil geschehen ist?

Alle drei beantwortbar

Dann ist die Entwässerung sauber organisiert. Achten Sie nur darauf, dass der Herbsttermin tatsächlich nach dem Laubfall liegt und nicht davor – ein Termin im September räumt das Laub des Vorjahres.

Der Takt ist der Jahrestakt

Der häufigste Fall: Die Entwässerung läuft als Anhängsel der Dachwartung mit. Ein zweiter Termin nur für Abläufe, Notüberläufe, Rinnen und Fallrohre schließt die Lücke – ohne die Dachfläche ein zweites Mal zu begehen.

Eigenen Takt für die Entwässerung abstimmen →

Die Notentwässerung ist unklar

Dann steht dieser Punkt vorn. Ob ein Objekt einen Notweg hat und wohin er führt, lässt sich bei der nächsten Begehung feststellen und in die Objektakte übernehmen. Vorher lässt sich das Risiko nicht beurteilen.

Die Entwässerung einmal vollständig aufnehmen lassen. Wir sehen uns Abläufe, Notüberläufe, Rinnen und Fallrohre an, prüfen den Durchfluss und übergeben ein schriftliches Protokoll mit Fotos – der Dach-Check ist kostenlos und unverbindlich.

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Was die laufende Betreuung eines Flachdachs umfasst, steht auf Flachdachwartung; die wiederkehrende Reinigung von Rinnen, Fallrohren und Abläufen auf Dachrinnenreinigung. Was ein unentdeckter Wassereintrag wirtschaftlich bedeuten kann, lässt sich vorab überschlagen: Folgekosten eines unentdeckten Dachschadens.

Häufige Fragen

Zur Flachdachentwässerung wiederholen sich neun Fragen. Die häufigste zuerst: Nein, der Jahrestakt der Dachwartung genügt für die Abläufe nicht – Entwässerungsanlagen haben einen eigenen, kürzeren Prüfabstand.

Reicht es, die Dachabläufe zusammen mit der jährlichen Dachwartung zu reinigen?

Nein. Entwässerungsanlagen haben einen eigenen Prüfabstand: DIN 1986-3 sieht in der Ausgabe 2024-05 für Dachabläufe, Rinnen und Fallrohre mindestens sechs Monate vor, für gedrosselte Dachabläufe drei. Praktisch bedeutet das zwei Termine im Jahr – nach dem Laubfall und nach dem Winter – statt eines einzigen.

Braucht wirklich jede Dachfläche eine Notentwässerung?

Im Grundsatz ja. Nach DIN 1986-100 muss jede Dachfläche und jeder durch die Konstruktion vorgegebene Tiefpunkt über mindestens einen Dachablauf und eine Notentwässerung verfügen. Die Norm kennt nur einen eng gefassten Ausnahmefall: die planmäßige Regenrückhaltung auf einem Flachdach in Massivbauweise, das dafür statisch berechnet ist.

Was ist der Unterschied zwischen Notüberlauf und Notablauf?

Der Einbauort. Der Notüberlauf ist eine Öffnung in der Attika: Das Wasser läuft sichtbar außen an der Fassade herab. Der Notablauf ist ein zweiter Ablaufkörper auf der Dachfläche mit eigener Leitung und freiem Auslauf. Beide haben dieselbe Aufgabe und dürfen beide nicht an die Kanalisation angeschlossen werden.

Warum darf die Notentwässerung nicht an die Kanalisation angeschlossen werden?

Weil sie genau dann arbeiten muss, wenn das Kanalnetz selbst überlastet ist. DIN 1986-100 verlangt deshalb den freien Auslauf auf eine schadlos überflutbare Fläche des Grundstücks. Ein Anschluss an die Entwässerungsanlage würde den Notweg im Ernstfall stilllegen – die Notentwässerung wäre wirkungslos, wenn sie gebraucht wird.

Was passiert, wenn ein Dachablauf verstopft und keine Notentwässerung anspringt?

Dann staut sich das Wasser auf der Fläche. Die Last ist erheblich: Ein Zentimeter Wasserhöhe entspricht zehn Litern je Quadratmeter, also rund zehn Kilogramm zusätzlicher Auflast – auf jedem Quadratmeter der aufgestauten Fläche. Hinzu kommen Frostschäden am Ablauf und eine dauerhaft belastete Abdichtung am Einlaufrand.

Was unterscheidet Freispiegel- von Druckströmungsentwässerung?

Der Füllungsgrad der Leitung. Die Freispiegelentwässerung arbeitet drucklos und teilgefüllt; DIN EN 12056-3 begrenzt den Füllungsgrad auf 0,7 in waagerechten und 0,33 in senkrechten Leitungen. Die Druckströmungsentwässerung nutzt planmäßig vollgefüllte Leitungen und kommt ohne Gefälle aus. Für die Wartung heißt das: Mehrere Abläufe hängen an einem gemeinsamen Strang.

Ist ein Retentionsdach ohne Notentwässerung zulässig?

Nur im Ausnahmefall der Norm – und der ist eng: planmäßige Regenrückhaltung auf einem Flachdach in Massivbauweise, das dafür statisch berechnet ist; die Konstruktion soll den Einstau bis zur Attikahöhe aufnehmen können. In allen übrigen Fällen gehört die Notentwässerung zur Planung des Retentionsdachs: Sie wird so angeordnet, dass sie erst oberhalb des planmäßigen Anstaus anspringt.

Muss eine fehlende Notentwässerung an einem älteren Gebäude nachgerüstet werden?

Das ist eine Frage des Einzelfalls und gehört zum Fachplaner. Fest steht: Wird die Dachfläche saniert, verlangt DIN 1986-100 eine Prüfung des Abflussvermögens der vorhandenen Anlage. Und wo eine Nachrüstung ansteht, ist die Attikaentwässerung oft der wirtschaftlichste Weg, weil sie die vorhandenen Grundleitungen nicht zusätzlich belastet.

Woran erkennt man von unten, dass die Dachentwässerung nicht mehr funktioniert?

An Spuren an Fassade und Fallrohr. Typisch sind Wasserfahnen und Ausblühungen unterhalb der Attika, Bewuchs in erreichbaren Rinnen, ein Fallrohr, das bei Regen nichts führt, und ein Notüberlauf, dessen Auslauf zugewachsen oder zugestellt ist. Wasser, das Tage nach dem Regen noch auf dem Dach steht, gehört ebenfalls dazu.

Regelwerke & Quellen: DIN 1986-3:2024-05 (Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke – Regeln für Betrieb und Wartung; Prüfabstände, verkürzter Abstand für gedrosselte Dachabläufe) · DIN 1986-100:2016-12 (Planung und Ausführung; Notentwässerung nach Abschnitt 5.3.1, freier Auslauf nach Abschnitt 5.9, Bemessung und Anordnung nach Abschnitt 14.2.6) · Entwurf der DIN 1986-100 mit Ausgabedatum Juni 2025 (neuer Abschnitt zur Flachdachentwässerung mit gedrosseltem Abflussvermögen – Entwurfsstand, nicht geltende Fassung) · DIN EN 12056-3 (Schwerkraftentwässerung; Füllungsgrade) · DIN EN 1253-2:2015-03 (Dachabläufe: Anforderungen und Prüfverfahren; Abflussleistung in Abhängigkeit von der Druckhöhe) · DIN 18531-4:2025-08 (Instandhaltung von Dachabdichtungen) · Flachdachrichtlinie des ZVDH (Ausgabe Januar 2026) · KOSTRA-DWD-2020 des Deutschen Wetterdienstes (standortbezogene Regenspenden, verbindlich seit 01.01.2023). Die Auslegung einer Entwässerungsanlage gehört in die Fachplanung; den Zustand Ihrer Abläufe prüfen wir vor Ort.

Abläufe frei, Notweg frei – nachweisbar

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