Notentwässerungs-Check Flachdach
Notentwässerung am Flachdach prüfen: vorhanden, frei, hoch genug?
Wählen Sie Entwässerungsart, Notentwässerung, Auslauf, Lage, Prüfstand und Bauweise. Das Ergebnis nennt die Handlungsstufe, die Gründe mit ihrer Fundstelle in DIN 1986-100 und – mit Ortsangabe – den Bemessungsregen der zugehörigen KOSTRA-Rasterzelle.
Notentwässerungs-Check Flachdach
Befund am Notweg
Der Befund braucht alle Angaben zum Dach. Offen: Entwässerungsart, Notentwässerung, letzte Prüfung, Bauweise.
Maßgeblich ist der Befund am Objekt: Vorhandensein, Auslauf, Lage und Prüfstand stellt die Begehung fest.
Quellen des Befunds
- DIN 1986-100:2016-12, Abschnitt 5.3.1: mindestens ein Dachablauf und eine Notentwässerung je Dachfläche und je konstruktiv vorgegebenem Tiefpunkt (sinngemäß).
- DIN 1986-100:2016-12, Abschnitt 5.9: freier Auslauf auf schadlos überflutbare Flächen des Grundstücks statt Anschluss an die Entwässerungsanlage (sinngemäß).
- DIN 1986-100:2016-12, Abschnitt 14.2.6: Haupt- und Notentwässerung gemeinsam mindestens der fünfminütige Jahrhundertregen; Unterkante der Notentwässerung oberhalb der Druckhöhe des gewählten Dachablaufs (sinngemäß).
- DIN 1986-3:2024-05: eigener Prüfabstand der Entwässerungsanlagen, kürzer als der Takt der Dachfläche (sinngemäß).
- DIN EN 1253-2: Angabe des Herstellers zur Leistung eines Dachablaufs je Druckhöhe (sinngemäß).
- E DIN 1986-100:2025-06 führt das Flachdach mit gedrosseltem Abflussvermögen als eigenen Abschnitt; als Entwurf gilt weiterhin die Ausgabe 2016-12.
- Deutscher Wetterdienst (DWD), KOSTRA-DWD-2020, Dauerstufe 5 Minuten (D00005); Werte je Rasterzelle, abgerufen am 12. August 2026.
DIN 1986-100
Was DIN 1986-100 von der Notentwässerung verlangt
Drei Anforderungen tragen den Notweg: dass es ihn gibt, dass er frei ausmündet und dass er auf der richtigen Höhe anspringt. Maßgeblich ist der Befund am Objekt: Vorhandensein, Auslauf, Lage und Prüfstand stellt die Begehung fest.
| Anforderung | Was die Norm sinngemäß verlangt | Fundstelle |
|---|---|---|
| Jede Dachfläche braucht einen zweiten Weg | Jede Dachfläche und jeder durch die Konstruktion vorgegebene Tiefpunkt hat mindestens einen Dachablauf und eine Notentwässerung. Die Norm kennt einen eng gefassten Ausnahmefall: die planmäßige Regenrückhaltung auf einem Flachdach in Massivbauweise, das dafür statisch berechnet ist. | Pflicht: DIN 1986-100:2016-12, Abschnitt 5.3.1 · Ausnahmefall: DIN 1986-100:2016-12 (sinngemäß) |
| Der Notweg endet frei auf dem Grundstück | Die Notentwässerung wird nicht an die Entwässerungsanlage angeschlossen. Ihr Wasser läuft mit freiem Auslauf auf eine schadlos überflutbare Fläche des Grundstücks – sie muss auch dann arbeiten, wenn das Kanalnetz selbst überlastet ist. | DIN 1986-100:2016-12, Abschnitt 5.9 |
| Die Unterkante liegt über der Druckhöhe des Dachablaufs | Haupt- und Notentwässerung führen gemeinsam mindestens den fünfminütigen Jahrhundertregen am Gebäudestandort ab. Die Unterkante der Notentwässerung liegt oberhalb der Druckhöhe, die der gewählte Dachablauf für seine Leistung braucht. | DIN 1986-100:2016-12, Abschnitt 14.2.6 |
Die Herleitung samt Bauteilen, Störungen und Prüfablauf steht in Flachdachentwässerung warten: Abläufe, Notüberlauf, Intervalle. Für das geplant angestaute Dach gilt Retentionsdach warten: Drossel, Anstauhöhe und der Nachweis.
Bauarten
Notüberlauf und Notablauf: die beiden Bauarten der Notentwässerung
Beide Bauarten haben dieselbe Aufgabe und denselben Zwang zum freien Auslauf; sie unterscheiden sich im Einbauort – und damit darin, wo am Dach der Check sie suchen lässt. Bauteile, Störungen und Prüfablauf im Einzelnen behandelt Flachdachentwässerung warten: Abläufe, Notüberlauf, Intervalle.
Notüberlauf, im Betrieb auch Speier genannt
Gesucht wird eine Öffnung durch die Attika, von der Dachfläche aus und von außen an der Fassade. Läuft aus ihr im Starkregen Wasser sichtbar an der Fassade herab, ist der Notweg angesprungen.
Notablauf mit eigener Leitung
Gesucht wird ein zweiter Ablaufkörper in der Dachfläche, neben dem Regelablauf und meist erhöht angesetzt. Er sieht aus wie ein gewöhnlicher Gully – wohin seine Leitung führt, zeigt erst ihr Ende außen am Gebäude.
Begehung
Notentwässerung am Bestand prüfen: die Feststellungen der Begehung
Dieselben Punkte fragt der Check ab – am Objekt werden sie festgestellt, nicht geschätzt.
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1. Entwässerungsart am Tiefpunkt
Innenliegende Abläufe in der Fläche oder eine außenliegende Rinne am Dachrand: Daran hängt, welche Bauteile überhaupt zu prüfen sind.
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2. Vorhandensein von Notüberlauf oder Notablauf
Eine Öffnung durch die Attika oder ein zweiter Ablaufkörper mit eigener Leitung. Weil der Notweg im Normalbetrieb nichts tut, fällt sein Fehlen bei einer flüchtigen Begehung nicht auf.
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3. Verlauf der Leitung bis zu ihrem Ende
Der freie Auslauf wird von außen geprüft, nicht vom Dach aus. Ein Notablauf, dessen Leitung irgendwann an die Hauptentwässerung angebunden wurde, sieht oben aus wie ein gewöhnlicher Gully.
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4. Höhe der Unterkante über dem Dachablauf
Liegt sie gleich hoch oder tiefer, läuft der Notweg schon bei gewöhnlichem Regen mit. Wo ein Staurohr oder Anstauring sitzt, muss es vorhanden, unbeschädigt und frei sein.
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5. Letzter dokumentierter Termin an den Abläufen
Die Entwässerung hat nach DIN 1986-3 einen eigenen, kürzeren Prüfabstand als die Dachfläche. Ein trockener Notüberlauf belegt nicht, dass er frei ist – das zeigt erst, wer ihn aufsucht.
Die Prüfpunkte des gesamten Termins stehen in der Checkliste zur Flachdach-Inspektion; wann welcher Termin fällig wird, hält der Prüfplan Dachfläche als Jahreskalender fest. Steht nach dem Regen Wasser auf der Fläche, ordnet Stehendes Wasser auf dem Flachdach: warum Pfützen entstehen und wann sie stören den Befund ein. Über die Entwässerung hinaus ordnet der Dach-Risiko-Check: Schadensbilder und Prüffristen einordnen den Zustand der ganzen Fläche in drei Handlungsstufen.
KOSTRA-DWD-2020
Bemessungsregen: was die Zahl über die Notentwässerung sagt
Haupt- und Notentwässerung müssen diesen fünfminütigen Jahrhundertregen gemeinsam abführen können. Der Wert dafür ist kein bundesweiter Einheitswert: Verbindlich sind seit dem 1. Januar 2023 die Rasterwerte KOSTRA-DWD-2020 des Deutschen Wetterdienstes.
- Der Check führt 203 Städte, darunter alle ab 50.000 Einwohnern. Ausgegeben wird der Wert der Rasterzelle, in der der Mittelpunkt der gewählten Stadt liegt – eine Zelle misst rund fünf Kilometer Kantenlänge und deckt selten genau ein Stadtgebiet ab.
- Ausgewiesen sind der fünfminütige Jahrhundertregen und das fünfjährliche Ereignis, je als Regenspende und als Niederschlagshöhe.
- Was die Abläufe eines Daches davon leisten, gibt der Hersteller je Druckhöhe an; die Auslegung übernimmt ein Fachplaner.
Quelle der Zahlen: Deutscher Wetterdienst (DWD), KOSTRA-DWD-2020, Dauerstufe 5 Minuten (D00005), abgerufen am 12. August 2026.
Die laufende Betreuung der Fläche samt Abläufen und Notwegen beschreibt Flachdachwartung (Leistung).
Häufige Fragen
Häufige Fragen zur Notentwässerung am Flachdach
Welche Angaben entscheiden über den Befund am Notweg?
Über den Befund entscheiden sechs Angaben: die Entwässerungsart, das Vorhandensein einer Notentwässerung, ihr Auslauf, die Höhe ihrer Unterkante, der letzte dokumentierte Prüftermin und die Bauweise des Dachs. Die Bauweise zählt, weil die Ausnahme der Norm nur für Massivbau mit statischem Nachweis gilt.
Was heißt „Notüberlauf berechnen“ und wer übernimmt die Rechnung?
Berechnet wird die Notentwässerung auf die Differenz zwischen dem standortbezogenen Jahrhundertregen und dem, was die Regelentwässerung ohnehin abführt. Die maßgeblichen Regenspenden stehen seit dem 1. Januar 2023 in den Rasterwerten KOSTRA-DWD-2020 des Deutschen Wetterdienstes. Die Auslegung selbst übernimmt ein Fachplaner; die Wartung prüft den Bestand.
Ist ein Speier dasselbe wie ein Notüberlauf?
Im Betrieb wird die Öffnung durch die Attika auch Speier genannt – dasselbe Bauteil, das als Notüberlauf geführt wird. Aus ihr läuft das Wasser sichtbar außen an der Fassade herab. Der Notablauf dagegen sitzt als zweiter Ablaufkörper auf der Fläche und hat eine eigene Leitung mit freiem Auslauf.
Warum belegt ein trockener Notüberlauf nicht, dass er frei ist?
Ein trockener Notüberlauf zeigt nur, dass er bisher nicht gebraucht wurde. Er liegt oberhalb der Druckhöhe des Dachablaufs und bleibt bei gewöhnlichem Regen planmäßig trocken – ob er im Ernstfall Wasser führt, zeigt sich erst in diesem Moment oder bei der Wartung, wenn ihn jemand aufsucht und freiräumt.
Woran erkennt man am Bestand, ob die Unterkante des Notwegs hoch genug liegt?
Die Höhe wird am Objekt im Verhältnis zum benachbarten Dachablauf aufgenommen: Die Unterkante der Öffnung liegt oberhalb der Druckhöhe, die dieser Ablauf für seine volle Leistung braucht. Der Hersteller gibt die Abflussleistung seines Dachablaufs je Druckhöhe an (DIN EN 1253-2); welche Druckhöhe für die volle Leistung nötig ist, geht aus dieser Angabe hervor.
Zählt ein Notablauf als zusätzlicher Regelablauf?
Ein Notablauf zählt nicht als zusätzlicher Regelablauf. Nach DIN 1986-100, Abschnitt 5.9, wird er nicht an die Entwässerungsanlage angeschlossen, sondern führt mit freiem Auslauf auf eine schadlos überflutbare Fläche des Grundstücks ab.
Was sagt der Bemessungsregen aus KOSTRA-DWD-2020 über ein Dach?
Der Bemessungsregen beschreibt das Ereignis, nicht die Anlage. Er gilt für die Rasterzelle von rund fünf Kilometern Kantenlänge, in der der Stadtmittelpunkt liegt, und sagt, welchen fünfminütigen Jahrhundertregen Haupt- und Notentwässerung gemeinsam abführen müssen. Was ein einzelnes Dach davon schafft, entscheiden seine Abläufe und ihre Auslegung.
Was gehört vom Notweg in das Wartungsprotokoll?
Ins Protokoll gehören vier Angaben je Termin. Erstens Bauart und Lage des Notwegs, zweitens sein Zustand nach dem Freiräumen, drittens das Ergebnis der Prüfung des freien Auslaufs von außen, viertens der Zustand von Staurohr oder Anstauring, soweit vorhanden. Ein Foto mit Datum macht den Befund später belegbar.
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