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Ratgeber · Für Eigentümer, Verwalter und Bestandshalter

Schornstein-Dachanschluss undicht: was der Schornsteinfeger bemängelt und wer ihn instand setzt

Den undichten Dachanschluss am Schornstein setzt ein Dachfachbetrieb instand, nicht der Schornsteinfeger. Der Bezirksschornsteinfeger sieht die Stelle beim Kehr- oder Überprüfungstermin und bei der Feuerstättenschau, weil sein Weg dort vorbeiführt; sein förmlicher Mängelvermerk nach § 5 Abs. 1 SchfHwG betrifft jedoch die Abgasanlage. Zwischen dem Hinweis und der dichten Anschlussstelle liegt deshalb eine Beauftragung, die niemand automatisch auslöst.

Zuletzt geprüft: 29. August 2026 · Verfasst und aus der Praxis geprüft von Thorge Harms, Geschäftsführer Dachwartung Profi

Der Dachanschluss am Schornstein: welche Bauteile dort zusammenwirken

Am Dachanschluss des Schornsteins treffen mehrere Bauteile aufeinander: die Dachdeckung, die Verwahrung aus Blech oder Dichtband, das Rückenblech an der bergseitigen Wange, der Anschluss der zweiten wasserführenden Ebene unter der Deckung und das Mauerwerk über Dach. Wasser wird dort nicht abgesperrt, sondern über gestaffelte Ebenen nach außen geführt.

Bauteil Aufgabe Was daran altert
Verwahrung an den Wangen (Blech oder Dichtband) Schließt den Übergang zwischen Mauerwerk und Deckung und führt Wasser auf die Deckung zurück. Ermüdete Falze und Kanten, gelöste Klebeflanken, Risse an den Ecken, Korrosion an Befestigungen.
Rückenblech an der bergseitigen Wange Teilt das oberhalb ankommende Wasser und führt es seitlich am Schornstein vorbei. Zusetzen mit Laub und Moos, stehendes Wasser, zu geringes Gefälle nach früheren Umdeckungen.
Klemmschiene und Fugenanschluss im Mauerwerk Hält die obere Kante der Verwahrung am Schornstein und schließt sie gegen Schlagregen ab. Ausgewaschene Fugenmasse, gelöste Befestigung, offene Kante oberhalb der Schiene.
Anschluss der zweiten wasserführenden Ebene Leitet Wasser ab, das die Deckung am Anschluss durchläuft, bevor es die Konstruktion erreicht. Gelöste Verklebung am Mauerwerk, sprödes Bahnenmaterial – oder ein Anschluss, den es nie gab.
Schornsteinkopf und Kopfabdeckung Schließt das Mauerwerk oben ab und hält Niederschlag aus dem Querschnitt der Anlage. Verwitterte Fugen, abgeplatzte Steine, gerissene, verschobene oder fehlende Abdeckplatte.
Verkleidung des Kopfs (Putz, Schiefer, Blech) Schützt das Mauerwerk über Dach gegen Schlagregen, Frost und Wechselbeanspruchung. Hohlliegender Putz, offene Stöße, Korrosion der Unterkonstruktion, abgängige Befestigung.

Aus dieser Staffelung folgt eine Eigenheit, die den Anschluss vom Rest der Fläche unterscheidet: Der Schornsteinanschluss versagt selten auf einmal, sondern Ebene für Ebene. Zuerst gibt die Fuge über der Klemmschiene nach, dann arbeitet Wasser hinter der Verwahrung, und erst wenn auch die zweite Ebene das nicht mehr auffängt, wird es im Gebäude sichtbar. Zwischen dem ersten und dem letzten Schritt können Jahre liegen.

Wie sich die übrigen Bauteile des geneigten Dachs dazu verhalten – Deckung, Verfalzung, Unterdeckung, Windsogsicherung und Entwässerung –, führt Steildach warten: welche Bauteile altern und woran man sie erkennt aus. Am Flachdach gilt dasselbe Prinzip für An- und Abschlüsse, Attika und Durchdringungen: Anschlüsse und Durchdringungen am Flachdach.

Was für Ihr Objekt gilt, klärt der Dach-Check.

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Blechverwahrung an der Wange eines gemauerten Schornsteins auf einer Ziegeldeckung; über der Klemmschiene ausgewaschene Mörtelfugen, im Rückenblech Moos und Zweigreste

Typische Mängel am Schornstein-Dachanschluss und was sie am Bauteil auslösen

Die Mängel am Schornstein-Dachanschluss folgen einem kurzen Katalog: gelöste oder aufgestellte Verwahrung, ausgewaschene Fuge über der Klemmschiene, zugesetztes Rückenblech, ein fehlender Anschluss der zweiten wasserführenden Ebene sowie ein verwitterter Kopf ohne tragfähige Abdeckung. Sichtbar wird davon von unten das Wenigste.

Befund Wo er liegt Was er auslöst
Verwahrung an der Wange gelöst oder aufgestellt Übergang Deckung zu Mauerwerk Wasser läuft hinter die Einfassung und tritt unterhalb des Anschlusses in die Konstruktion.
Fugenmasse über der Klemmschiene ausgewaschen Obere Kante der Verwahrung Schlagregen erreicht die Rückseite des Blechs; die Einfassung darunter bleibt äußerlich unauffällig.
Rückenblech mit Laub, Moos oder Kies zugesetzt Bergseitige Wange Wasser staut sich vor dem Schornstein und sucht sich seinen Weg über die Anschlusskante.
Zweite wasserführende Ebene nicht an den Schornstein geführt Unter der Deckung Jeder Tropfen, der die Deckung passiert, landet ohne Umweg auf Sparren, Schwelle und Dämmung.
Fugen im Mauerwerk über Dach offen, Steine abgeplatzt Schornsteinkopf Das Mauerwerk nimmt Wasser auf, durchfeuchtet den Querschnitt und verliert im Frost weiteres Material.
Kopfabdeckung gerissen, verschoben oder nicht vorhanden Oberer Abschluss Niederschlag gelangt von oben in den Querschnitt – die Durchfeuchtung beginnt dann nicht am Dach.
Feuchteränder und Ausblühungen an der Wange im Dachraum Innenseite über der Deckungsebene Der Wasserweg ist bereits in der Konstruktion angekommen; die Ursache liegt außen darüber.

Zwei Zeilen dieser Aufstellung erklären, warum ein Anschlussmangel so häufig falsch verortet wird. Ein zugesetztes Rückenblech und eine offene Fuge über der Klemmschiene sind von der Traufe aus und selbst von der Leiter nicht zu beurteilen; beurteilbar sind sie aus der Nähe und von oben. Und die zweite wasserführende Ebene liegt unter der Deckung – ob ihr Anschluss an den Schornstein je ausgeführt wurde, zeigt sich im Dachraum oder gar nicht.

Für die Ausbildung des Anschlusses an aufgehende Bauteile gilt am geneigten Dach das Regelwerk des Deutschen Dachdeckerhandwerks, insbesondere die Fachregel für Dachdeckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen. Sie enthält die Maße für Anschlusshöhen und Ausführung; die Abgasanlage selbst behandelt DIN 18531 nicht, sondern DIN 18160-1:2023-02 „Abgasanlagen – Teil 1: Planung und Ausführung“.

Was der Bezirksschornsteinfeger am Dachanschluss bemängeln kann – und was nicht

Der Bezirksschornsteinfeger vermerkt Mängel an kehr- und überprüfungspflichtigen Anlagen (§ 5 Abs. 1 SchfHwG). Welche Anlagen das sind, zählt § 1 Abs. 1 KÜO auf: Abgasanlagen, Heizgaswege der Feuerstätten, Räucheranlagen sowie notwendige Verbrennungsluft- und Abluftanlagen. Die Dachdeckung und ihr Anschluss stehen dort nicht.

Daraus folgt der Zuständigkeitsschnitt, der in der Praxis für Verwirrung sorgt. Der förmliche Mängelvermerk hängt an der Anlage, der Befund am Dachanschluss an der Dachfläche. Was der Schornsteinfeger zum Anschluss sagt, ist deshalb in aller Regel ein Hinweis auf einen Zustand, den er beim Zugang zur Anlage sieht – und kein Verwaltungsvorgang, der von selbst weiterläuft.

Anders liegt es, sobald der Zustand des Anschlusses auf die Anlage durchschlägt. Bei der Feuerstättenschau prüft der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger die Betriebs- und Brandsicherheit der Anlagen (§ 14 Abs. 1 SchfHwG) und teilt dabei festgestellte Mängel dem Eigentümer schriftlich oder elektronisch mit (§ 14 Abs. 3). Ein über Jahre durchfeuchteter Schornsteinquerschnitt ist damit ein Mangel an der Anlage – auch wenn seine Ursache auf dem Dach liegt.

§ 5 Abs. 1 Satz 1 SchfHwG – woran der Vermerk hängt

„Mängel an kehr- und überprüfungspflichtigen Anlagen, die nicht innerhalb des im Feuerstättenbescheid für die Durchführung der Schornsteinfegerarbeiten festgesetzten Zeitraums behoben sind, sind von dem Schornsteinfeger oder der Schornsteinfegerin im Formblatt (§ 4) zu vermerken.“

Welche Fristen ein solcher Vermerk auslöst, wie der Nachweis der Behebung geführt wird und was am Ende der Kette steht, gehört zum Termin selbst und steht in Dachtritte für den Schornsteinfeger: welche Zugänge der Eigentümer vorhalten muss. Dort steht auch, woraus die Pflicht folgt, dem Schornsteinfeger einen sicher benutzbaren Weg zum Schornstein zu stellen.

Folgen eines unbehandelten Mangels am Schornstein-Dachanschluss

Ein unbehandelter Mangel am Schornstein-Dachanschluss verlagert den Schaden vom Blech in die Konstruktion. Wasser läuft an der Wange hinunter in Sparren, Schwelle und Dämmung, hält das Mauerwerk über Monate feucht und löst im Frost weiteres Material. Der Anschluss selbst bleibt dabei die kleinste Position der späteren Arbeit.

Der Grund für diese Verlagerung liegt in der Lage des Bauteils. Der Schornstein durchstößt die Dachfläche an ihrer empfindlichsten Stelle und führt das Wasser genau dort entlang, wo Holz, Dämmung und Luftdichtungsebene zusammenlaufen. Feuchtes Holz verliert seine Tragreserve nicht sofort, aber es verliert sie leise; und eine durchfeuchtete Dämmschicht arbeitet nicht mehr im Feuchtezustand, für den ihr Bemessungswert gilt.

Für die Nutzung des Gebäudes hat das eine unangenehme Reihenfolge: Der sichtbare Fleck an der Decke kommt zuletzt. Bis dahin ist der Anschlussmangel keine Reparatur mehr, sondern ein Paket aus Deckung, Verwahrung, Holzarbeiten und Dämmung. Wie sich Schadensbilder am Dach insgesamt ordnen lassen, führt Flachdachschäden: Schadensbilder, Ursachen und wie dringend sie sind aus.

Wenn der Anschlussmangel die Betriebs- und Brandsicherheit der Abgasanlage erreicht

Feuerstätten und Abgasanlagen müssen betriebssicher und brandsicher sein – wortgleich in Art. 40 Abs. 1 der Bayerischen und § 42 Abs. 1 der Brandenburgischen Bauordnung. Durchfeuchtetes Schornsteinmauerwerk berührt diese Anforderung unmittelbar, und damit wechselt der Vorgang vom Dachthema zum Anlagenthema.

Für den Eigentümer ändert dieser Wechsel die Dringlichkeit. Stellt der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger bei der Feuerstättenschau fest, dass eine Anlage nicht betriebs- oder brandsicher ist, und ist Gefahr im Verzug, trifft er die erforderlichen vorläufigen Sicherungsmaßnahmen; zulässig ist dabei auch die vorläufige Stilllegung der Anlage (§ 14 Abs. 2 SchfHwG). Die zuständige Behörde wird unverzüglich unterrichtet und verfügt die Maßnahme oder hebt sie auf.

Unabhängig von der Feuerstättenschau gilt die Meldepflicht des § 5 Abs. 2 SchfHwG: Mängel, durch die unmittelbare Gefahren für die Betriebs- und Brandsicherheit oder schädliche Umwelteinwirkungen drohen, sind unverzüglich der zuständigen Behörde und dem zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger zu melden. Wer den Anschluss am Dach über Jahre laufen lässt, riskiert also nicht nur eine Dachreparatur, sondern eine kalte Heizung im Winter.

Der Zustand des Anschlusses ist feststellbar, bevor er die Anlage erreicht. Welche Ebenen an Ihrem Schornstein noch tragen und welche nicht, klärt der Dach-Check – kostenlos und unverbindlich angefordert.

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Haftung für herabfallende Teile eines Schornsteinkopfs

Für Schäden durch die Ablösung von Gebäudeteilen haftet der Eigenbesitzer des Grundstücks, sofern die Ablösung Folge fehlerhafter Errichtung oder mangelhafter Unterhaltung ist (§ 836 Abs. 1 Satz 1 BGB). Ein abgängiger Schornsteinkopf über einem Gehweg oder einem Hofzugang fällt genau in diese Vorschrift.

Die Entlastung ist im Gesetz mitgeschrieben, aber sie kostet etwas: Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Besitzer zum Zwecke der Abwendung der Gefahr die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet hat. Diesen Nachweis führt, wer regelmäßige Kontrollen und deren Ergebnisse belegen kann – daneben steht die allgemeine Schadensersatzpflicht aus § 823 Abs. 1 BGB. Wie der Entlastungsbeweis am Dach im Einzelnen aufgebaut wird, behandelt Wartungspflicht am Dach: wer sie trägt und wer haftet.

Praktisch heißt das für den Schornstein: Ein Kopf, dessen Fugen offen liegen und dessen Steine abplatzen, ist nicht nur ein Feuchteweg, sondern ein Bauteil in Bewegung. Er gehört in denselben Befund wie die Verwahrung darunter, und zwar mit demselben Datum.

Der Schornsteinfeger-Termin als Anlass für den Dach-Check am Anschluss

Der Schornsteinfeger-Termin liefert den brauchbarsten Anlass, den Dachanschluss durch einen Dachfachbetrieb ansehen zu lassen: Er benennt eine konkrete Stelle, er trägt ein Datum, und er wiederholt sich planbar. Was daraus an Befund entsteht, trägt allerdings nur, wenn es festgehalten wird.

  • Das Formblatt oder die Bescheinigung des Schornsteinfegers mit Datum, damit später feststeht, wann der Hinweis auf den Dachanschluss aufkam.
  • Den genauen Ort am Objekt: welcher Schornstein, welche Wange, welche Dachseite – ein Gebäude hat davon selten nur eine Stelle.
  • Fotos der Anschlussstelle von außen, aufgenommen aus gesicherter Position, sowie der Wange im Dachraum an derselben Stelle.
  • Den Zustand von Rückenblech, Klemmschiene und Fugen als eigenen Punkt – nicht als Sammelvermerk „Anschluss schadhaft“.
  • Sichtbare Folgen an Sparren, Schwelle und Dämmung neben dem Schornstein, weil sie den Umfang der späteren Arbeit bestimmen.
  • Den Zustand von Kopf und Abdeckung, weil eine neue Verwahrung unter einem offenen Kopf sofort wieder belastet wird.
  • Das Datum der Instandsetzung samt ausführendem Betrieb und einer Nachkontrolle nach dem nächsten kräftigen Regen.

Die vorletzte Zeile ist die, die im Objektbetrieb am häufigsten untergeht. Eine neue Verwahrung unter einem offenen Schornsteinkopf hält den Termin, nicht den Winter. Wasser, das von oben in den Querschnitt läuft, tritt unterhalb wieder aus – dort, wo gerade neu eingefasst wurde. Wer beides in einem Vorgang klären lässt, spart die zweite Anfahrt und das zweite Gerüst.

Für Verwalter und Bestandshalter kommt ein zweiter Nutzen hinzu. Der Kehr- und Überprüfungsturnus liegt ohnehin im Kalender; ein Dachbefund, der an denselben Termin gehängt wird, braucht keine eigene Terminlogik. Wie sich der Zustand einer Fläche dabei feststellen und belegen lässt, beschreibt Dachinspektion: Zustand feststellen und dokumentieren.

Fazit zum bemängelten Schornstein-Dachanschluss: drei Fragen nach dem Termin

Nach einem Hinweis auf den Dachanschluss entscheiden drei Fragen über das weitere Vorgehen: Betrifft der Befund die Abgasanlage oder die Dachfläche? Ist der Schornsteinkopf über Dach noch geschlossen? Und liegt für die Stelle ein datierter Befund vor, auf den sich später zurückgreifen lässt?

Der Hinweis betrifft die Dachfläche

Dann läuft kein Verwaltungsvorgang mit Frist, und niemand meldet sich von selbst. Die Beauftragung des Dachfachbetriebs ist der nächste Schritt.

Der Kopf über Dach ist offen

Dann gehört er in dieselbe Beauftragung wie die Verwahrung. Eine neue Einfassung unter einem wasserziehenden Kopf löst das Problem nur für eine Saison.

Es gibt keinen datierten Befund

Dann fehlt die Grundlage für den Entlastungsbeweis nach § 836 Abs. 1 BGB und für jede spätere Beurteilung des Verlaufs.

Ausgangslage feststellen lassen →

Ein Befund am Anschluss entsteht nicht rückwirkend. Ab welchem Datum der Zustand Ihres Schornsteinanschlusses belegt ist, hängt daran, wann er festgestellt wurde. Den Dach-Check fordern Sie kostenlos und unverbindlich an.

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Häufige Fragen zum Schornstein-Dachanschluss

Zum bemängelten Schornstein-Dachanschluss wiederholen sich zehn Fragen. Die wichtigste vorweg: Der Anschluss gehört zur Dachdeckung und wird von einem Dachfachbetrieb hergestellt, während der Schornsteinfeger die Abgasanlage befundet und die Kehr- und Überprüfungsarbeiten daran ausführt. Beides trifft am selben Bauteil zusammen, folgt aber getrennten Zuständigkeiten und getrennten Fristen.

Wer repariert einen undichten Dachanschluss am Schornstein?

Den Dachanschluss am Schornstein setzt ein Dachfachbetrieb instand, weil Verwahrung, Rückenblech und Anschluss der Unterdeckung zur Dachdeckung gehören. Der Schornsteinfeger befundet die Abgasanlage; die Kehr- und Überprüfungsarbeiten daran sind wesentliche Tätigkeiten des Schornsteinfegerhandwerks nach § 2 Abs. 1 SchfHwG. Für Mauerwerk und Kopf des Schornsteins kommt je nach Umfang ein Maurer- oder Dachfachbetrieb hinzu.

Darf der Schornsteinfeger einen undichten Dachanschluss als Mangel vermerken?

Der förmliche Mängelvermerk nach § 5 Abs. 1 SchfHwG betrifft Mängel an kehr- und überprüfungspflichtigen Anlagen. Diese Anlagen zählt § 1 Abs. 1 KÜO auf: Abgasanlagen, Heizgaswege der Feuerstätten, Räucheranlagen sowie notwendige Verbrennungsluft- und Abluftanlagen. Der Dachanschluss selbst steht dort nicht; er trägt den Vermerk, soweit sein Zustand auf die Abgasanlage durchschlägt.

Was ist die Verwahrung an einem Schornstein?

Die Verwahrung ist die Einfassung, die den Übergang zwischen Schornsteinmauerwerk und Dachdeckung schließt. Sie besteht aus Blechen oder aus dafür hergestellten Dichtbändern, wird an der Wange hochgeführt und oben gegen den Schornstein abgeschlossen. Ihre Aufgabe ist nicht, Wasser abzusperren, sondern es aus der Fuge heraus auf die Deckung zurückzuführen.

Woran zeigt sich im Dachraum, dass der Schornstein-Dachanschluss Wasser durchlässt?

Im Dachraum zeigt sich ein undichter Schornsteinanschluss meist an der Wange über der Deckungsebene: dunkle Feuchteränder am Mauerwerk, salzartige Ausblühungen, feuchte Sparrenköpfe neben dem Schornstein und Flecken auf der Unterdeckung unterhalb des Anschlusses. Die Spur läuft dabei oft schräg vom Anschluss weg, weil Wasser der Konstruktion folgt, nicht dem kürzesten Weg.

Warum werden die Fugen im Schornsteinmauerwerk über dem Dach ausgewaschen?

Das Mauerwerk über Dach steht ohne Schutz durch angrenzende Bauteile im Schlagregen, wird von Wind getrocknet und im Winter mehrfach durchfroren. Diese Wechselbeanspruchung trifft die Fugen zuerst, weil dort der weichere Baustoff liegt. Offene Fugen nehmen anschließend Wasser auf, das den Querschnitt durchfeuchtet und im Frost weiteres Material löst.

Was passiert, wenn ein nasser Schornsteinanschluss über Jahre nicht instand gesetzt wird?

Ein dauerhaft nasser Schornsteinanschluss verlagert den Schaden vom Blech in die Konstruktion: Sparren und Schwellen neben dem Schornstein bleiben feucht, die Dämmung im Anschlussbereich verliert ihren Bemessungszustand, und das Mauerwerk arbeitet im Frost. Der Anschluss selbst ist am Ende die kleinste Position; teuer werden Holz, Dämmung und Kopf.

Muss der Schornsteinkopf mit dem Dachanschluss erneuert werden?

Ob Schornsteinkopf und Dachanschluss zusammen erneuert werden, entscheidet der Zustand über Dach, nicht die Gelegenheit. Sind Fugen ausgewaschen, Steine abgeplatzt oder die Kopfabdeckung gerissen, nimmt das Mauerwerk weiter Wasser auf und belastet die neue Verwahrung sofort. Wo der Kopf tragfähig und geschlossen ist, bleibt der Anschluss eine eigenständige Arbeit.

Wer haftet, wenn ein Stück vom Schornsteinkopf auf den Gehweg fällt?

Für Schäden durch die Ablösung von Gebäudeteilen haftet nach § 836 Abs. 1 BGB der Eigenbesitzer des Grundstücks, sofern die Ablösung Folge fehlerhafter Errichtung oder mangelhafter Unterhaltung ist. Die Ersatzpflicht entfällt, wenn er zur Abwendung der Gefahr die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet hat – diesen Entlastungsbeweis muss er führen.

Gehört der Schornstein-Dachanschluss zur Dachwartung?

Der Schornstein-Dachanschluss gehört zu den Stellen, die eine Dachwartung am geneigten Dach ansieht und im Befund festhält: Zustand von Verwahrung und Rückenblech, Fugen und Klemmschiene, Kopf und Abdeckung, dazu Ablagerungen im Anschlussbereich. Festgehalten wird der Zustand mit Datum, Ort und Bild – die Abgasanlage selbst bleibt Sache des Schornsteinfegers.

Welche Regelwerke gelten für den Anschluss der Dachdeckung an den Schornstein?

Für die Ausbildung des Anschlusses an aufgehende Bauteile gilt am geneigten Dach das Regelwerk des Deutschen Dachdeckerhandwerks, insbesondere die Fachregel für Dachdeckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen. Für die Abgasanlage selbst gilt DIN 18160-1:2023-02 „Abgasanlagen – Teil 1: Planung und Ausführung“. Gekehrt und überprüft wird nach den anerkannten Regeln der Technik (§ 4 Abs. 1 KÜO).

Rechtsgrundlagen & Quellen: § 5 SchfHwG (Mängel an kehr- und überprüfungspflichtigen Anlagen, Vermerk im Formblatt, Meldung bei unmittelbarer Gefahr), § 14 SchfHwG (Feuerstättenschau, Prüfung der Betriebs- und Brandsicherheit, vorläufige Sicherungsmaßnahmen, Mitteilung der Mängel), § 1 SchfHwG (Eigentümerpflichten), § 2 SchfHwG (wesentliche Tätigkeiten des Schornsteinfegerhandwerks) · § 1 KÜO (kehr- oder überprüfungspflichtige Anlagen), § 4 KÜO (Durchführung nach den anerkannten Regeln der Technik, Bescheinigung) · § 836 BGB (Haftung des Grundstücksbesitzers) und § 823 BGB (Schadensersatzpflicht) · Art. 40 Abs. 1 Bayerische Bauordnung und § 42 Abs. 1 Brandenburgische Bauordnung (Feuerstätten und Abgasanlagen müssen betriebssicher und brandsicher sein; beide Fundstellen wörtlich gleichlautend) · DIN 18160-1:2023-02 „Abgasanlagen – Teil 1: Planung und Ausführung“ sowie die Fachregel für Dachdeckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen aus dem Regelwerk des Deutschen Dachdeckerhandwerks (Ausbildung des Anschlusses an aufgehende Bauteile).

Den Schornsteinanschluss ansehen lassen, bevor der Kopf ihn nachliefert

Ob an Ihrem Objekt die Verwahrung, das Rückenblech, die Fuge oder der Kopf über Dach die undichte Stelle ist, entscheidet sich am Befund. Den Dach-Check fordern Sie kostenlos und unverbindlich an – schildern Sie kurz Ihr Objekt:

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