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Ratgeber · Für Eigentümer und Verwalter geneigter Dächer

Dachkehle undicht: Ursachen, Schadensbilder und wann das Kehlblech erneuert wird

Eine Dachkehle wird undicht, wenn das Wasser zweier Dachflächen seinen Weg im Kehlgrund verlässt. Es läuft dann über den Rand des Kehlblechs, durch ein korrodiertes oder eingeschnittenes Blech oder an einer zu knappen Überdeckung vorbei. Welcher dieser Wege vorliegt, entscheidet, ob eine Reinigung genügt oder das Kehlblech erneuert wird – und das zeigt erst der Befund an der Kehle selbst.

Zuletzt geprüft: 4. Oktober 2026 · Verfasst und aus der Praxis geprüft von Thorge Harms, Geschäftsführer Dachwartung Profi

Die Dachkehle als Bauteil: wo zwei Dachflächen ihr Wasser bündeln

Eine Dachkehle ist die einspringende Linie, an der zwei geneigte Dachflächen zusammentreffen – am Winkelbau, an einer Gaube, an einem Anbau. In ihr läuft das Wasser beider Flächen zusammen und wird in einer schmalen Rinne zur Traufe geführt. Ausgekleidet ist sie meist mit einem Kehlblech, darunter liegt in der Regel eine zweite wasserführende Ebene.

Damit ist die Kehle das Gegenstück zum Grat: Wo der Grat Wasser nach zwei Seiten abgibt, sammelt die Kehle es von zwei Seiten ein. Jede Störung des Abflusses trifft dort die Wassermenge zweier Flächen, und das Wasser kann nicht seitlich ausweichen, ohne unter die angrenzende Deckung zu geraten. Dasselbe Prinzip im Kleinen steckt im Rückenblech am Schornstein, das ankommendes Wasser teilt und seitlich vorbeiführt; dieser Anschluss ist in Schornstein-Dachanschluss undicht: wer ihn instand setzt beschrieben.

Für Eigentümer mit mehreren Gebäuden ist die Kehle ein Merkmal, das sich vorab einordnen lässt: Es gibt sie nur dort, wo ein Dach Ecken, Gauben oder Anbauten hat. Wer je Objekt notiert, ob und wo Kehlen vorhanden sind, kennt die Stellen, an denen das Steildach Wasser konzentriert. Welche Bauteile das geneigte Dach daneben hat und wie sie altern, führt Steildach warten: welche Bauteile altern und woran man sie erkennt aus.

Eine Anfrage kann ein oder mehrere Objekte umfassen.

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Dachkehle zwischen zwei Ziegelflächen: Im Kehlblech aus Zink liegen Laub und Moos, in der Mitte zeigt sich eine dunkle Korrosionsstelle mit einem kleinen Loch und eine Feuchtespur; beidseits angeschnittene, von Flechten bewachsene Ziegel.

Kehlarten am Steildach: offene, geschlossene und eingebundene Kehle

Am Steildach unterscheidet man vor allem die offene Metallkehle, die geschlossene Kehle und die eingebundene Kehle. Bei der offenen bleibt das Kehlblech sichtbar, bei der geschlossenen überdeckt die Deckung das Blech, die eingebundene besteht aus dem Deckwerkstoff selbst. Die Bauart bestimmt, was ein Befund von außen zeigt und welche Instandsetzung in Frage kommt.

Kehlart Aufbau Was der Befund zeigt
Offene Metallkehle Das Kehlblech bleibt zwischen den geschnittenen Deckungskanten als Rinne sichtbar. Ablagerungen, Rost und Kerben liegen offen; der Zustand lässt sich ohne Eingriff beurteilen.
Geschlossene Kehle Die Deckung ist von beiden Seiten bis nahe an die Kehlmitte geführt und überdeckt das Blech darunter. Sichtbar sind nur die Schnittkanten der Deckung; das Blech zeigt sich erst, wenn Deckstücke angehoben werden.
Eingebundene Kehle Der Deckwerkstoff selbst läuft in einer Rundung durchgehend von einer Fläche in die andere. Es gibt kein Blech zu tauschen; die Dichtheit hängt an der Überdeckung der Deckstücke und an der Ebene darunter.

Für den Eigentümer heißt das vor allem: Eine unauffällige geschlossene Kehle ist noch kein Beleg für ein intaktes Blech. An der offenen Kehle liegen Ablagerungen und Rost vor Augen; an der geschlossenen bleibt das Blech verdeckt, bis ein Fachbetrieb Deckstücke am Rand anhebt. Die eingebundene Kehle hat kein Blech, das sich tauschen ließe – ihre Instandsetzung ist Deckungsarbeit.

Ausgeführt werden Kehlen nach dem Regelwerk des Deutschen Dachdeckerhandwerks. Die Fachregel für Metallarbeiten im Dachdeckerhandwerk behandelt Kehlen ausdrücklich; bei Ziegel- und Dachsteindeckungen tritt die Fachregel für Dachdeckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen hinzu. Nach diesem Regelwerk richtet ein Fachbetrieb Breite und Überdeckung der Kehle am konkreten Dach aus.

Dachkehle undicht: Schadensbilder und ihre Ursachen

Eine Dachkehle wird undicht, wenn das Wasser zweier Dachflächen den vorgesehenen Weg im Kehlgrund verlässt. Das geschieht seitlich über den Blechrand bei Rückstau, durch ein korrodiertes oder eingeschnittenes Blech oder an einer zu knappen Überdeckung vorbei. Welcher Weg vorliegt, entscheidet über die Instandsetzung.

Schadensbild Ursache Was es auslöst
Laub, Nadeln und Moos im Kehlgrund Ablagerungen aus beiden Dachflächen, Baumbestand am Gebäude Rückstau; das Wasser steigt über den Wasserfalz und läuft unter die angrenzende Deckung.
Rost, Lochfraß oder abgewitterte Beschichtung am Blech Alterung des Werkstoffs, ungünstige Werkstoffpaarung Wasser tritt durch das Blech in die Ebene darunter.
Kerben oder Schnitte im Kehlblech Zuschnitt der Deckung entlang der Kehle ohne Rücksicht auf die Schnitttiefe Punktueller Durchtritt unter den Schnittkanten, von außen nicht zu sehen.
Verformter oder fehlender Wasserfalz Begehen, Folgearbeiten anderer Gewerke, Einbaufehler Regenwasser unterläuft das Blech seitlich.
Verrutschte oder zu knapp geschnittene Deckstücke am Kehlrand Wind, Frost, frühere Umdeckungen Die Überdeckung reicht nicht mehr; Wasser gelangt neben dem Blech unter die Deckung.
Schnee und Eis im unteren Kehlbereich Liegen bleibender Schnee, Tauen und Wiedergefrieren Schmelzwasser findet keinen freien Abfluss und nimmt denselben Weg wie beim Rückstau.
Gealterte oder fehlende zweite Ebene unter der Kehle Alter der Unterdeckung, ältere Bauweise ohne Unterdeckung Wasser, das Blech oder Deckung passiert, erreicht ungebremst Kehlsparren, Schalung und Dämmung.

Der Rückstau sieht am wenigsten nach Schaden aus. Laub, Nadeln und Moos sammeln sich im Kehlgrund, weil das Wasser beider Flächen sie dorthin treibt; staut sich der Abfluss, steigt das Wasser über den Wasserfalz und läuft unter die angrenzende Deckung. Das Blech kann dabei völlig intakt sein – undicht ist dann nicht das Bauteil, sondern sein Zustand.

Anders die Schnittschäden: Beim Zuschnitt der Deckung entlang der Kehle kann die Säge das Blech darunter einkerben, wenn die Schnitttiefe nicht beachtet wird; der Verlegehinweis eines Kehlblech-Herstellers warnt ausdrücklich davor. Solche Kerben liegen unter den Schnittkanten und werden erst sichtbar, wenn die Deckung aufgenommen ist.

Im Winter kommt das Eis hinzu. Wo Schnee in der Kehle liegen bleibt und Schmelzwasser im unteren Kehlbereich auf Eis trifft, findet es keinen freien Abfluss und sucht sich denselben seitlichen Weg wie beim Rückstau durch Laub. Fehlt dann unter der Kehle eine intakte zweite Ebene, erreicht das Wasser ohne Umweg Kehlsparren, Schalung und Dämmung.

Eine undichte Dachkehle erkennen: Spuren im Dachraum und vom Boden aus

Eine undichte Dachkehle zeigt sich zuerst im Dachraum: an Feuchterändern, dunklen Verfärbungen oder nassem Holz am Kehlsparren und an Flecken auf Unterdeckung oder Dämmung in derselben Flucht. Von außen sind Bewuchs im Kehlgrund, Rostspuren am Blech und verrutschte Deckstücke am Kehlrand die Zeichen, die sich ohne Betreten des Dachs erkennen lassen.

Die Spur im Inneren liegt nicht immer genau unter der Fehlstelle. Wasser, das unter die Deckung gerät, läuft auf Unterdeckung, Latten oder Sparren abwärts und tritt dort aus, wo es zuerst auf einen Widerstand trifft. Ein Fleck an der Decke eines Dachgeschosszimmers kann deshalb ein Stück unterhalb der eigentlichen Undichtigkeit liegen.

Für die eigene Beobachtung gilt eine klare Grenze: Der Blick aus dem Dachraum, vom Boden oder aus einem Fenster ist Sache des Eigentümers, das Betreten der Dachfläche nicht. Eine Kehle liegt im geneigten Dach und bietet keinen Halt; aus der Nähe beurteilt sie ein Fachbetrieb mit Sicherung, im Überblick auch eine Befliegung, deren Möglichkeiten und Grenzen Dachinspektion mit Drohne: was die Befliegung zeigt beschreibt.

Für den späteren Befund helfen Fotos der Spuren mit Datum, der genaue Ort im Gebäude und die Wetterlage, bei der die Feuchte auftrat. Ob es bei jedem Regen nass wird oder nur bei Starkregen, nach Schneefall oder bei Wind aus einer Richtung, grenzt die Ursache bereits ein – ein Rückstau verhält sich anders als ein durchgerostetes Blech.

Kupfer über Zink: warum der Werkstoff des Kehlblechs zur Rinne passen muss

Ein Kehlblech muss werkstofflich zur Dachrinne darunter passen, weil das Wasser der Kehle direkt in die Rinne läuft. Kupfer kann auf Zink korrosiv wirken, wenn Wasser von einer Kupferkehle in Fließrichtung über Zink läuft – so die Anwendungstechnik eines Zinkherstellers in der IKZ-Haustechnik, Heft 24/2006.

Die Ursache ist die Ausschwemmung von Kupferionen, die sich im Zink einlagern. Die Bauteile müssen sich dafür nicht berühren; es genügt, dass Wasser von der einen Fläche über die andere läuft. Empfohlen wird deshalb, Kehle und Rinne aus demselben Werkstoff auszuführen.

Kehlbleche werden aus Zink, Kupfer, Aluminium, Edelstahl und Stahl angeboten. Im Bestand ist die Werkstofffrage deshalb weniger eine Frage der Vorliebe als der Nachbarschaft: Welcher Werkstoff liegt oberhalb, welcher unterhalb, und wohin fließt das Wasser? Die Antwort gehört in jedes Angebot über ein neues Kehlblech – gerade dann, wenn die Rinne darunter nicht mit erneuert wird.

Undichte Dachkehle instand setzen: Reinigung, Teilreparatur oder neues Kehlblech

Die Instandsetzung einer undichten Dachkehle folgt der Ursache. Geht der Wassereintritt auf Rückstau zurück, können Reinigung und das Richten verrutschter Deckstücke genügen. Ist das Blech durchkorrodiert, eingeschnitten oder sein Wasserfalz zerstört, hilft ein neues Kehlblech. Fehlt darunter die zweite Ebene, gehört sie in dieselbe Arbeit.

Reinigung und Richten sind die kleinste Maßnahme, tragen aber nur, wenn das Blech darunter in Ordnung ist. Ob es das ist, zeigt sich an der offenen Kehle oft schon beim Säubern; an der geschlossenen erst, wenn einzelne Deckstücke am Rand angehoben werden. Eine Teilreparatur am Blech kommt dort in Betracht, wo der Schaden örtlich begrenzt und der übrige Kehlstrang tragfähig ist.

Dichtmasse auf einem durchgerosteten Kehlblech ist eine Notsicherung, keine Instandsetzung. Sie schließt eine sichtbare Stelle, stellt aber weder den Wasserfalz noch die Überdeckung noch die Ebene darunter wieder her – und sie verdeckt den Zustand, den der nächste Befund sehen müsste.

Steht die Deckung des ganzen Dachs ohnehin am Ende ihrer Nutzungsdauer, verschiebt sich die Frage: Dann wird die Kehle mit der Umdeckung erneuert, nicht vorweg. Tritt die Undichtigkeit dagegen kurz nach einer Neueindeckung oder einem Kehlblech-Wechsel auf, kann sie ein Mangel der Werkleistung sein; wie er gerügt und durchgesetzt wird, steht in Mängel nach der Dachsanierung: Abnahme, Rüge, Zurückbehaltung.

Kehlblech erneuern: Ablauf und was ein Angebot ausweisen sollte

Ein neues Kehlblech wird in festen Schritten eingebaut: Die Deckung beiderseits der Kehle wird aufgenommen, das alte Blech ausgebaut und die Unterlage geprüft. Danach folgen zweite Ebene und neues Blech, befestigt mit Haften, und zuletzt wird wieder eingedeckt, am Kehlrand zugeschnitten und gesichert.

  • Den Umfang der Deckung, die beiderseits der Kehle aufgenommen und wieder eingedeckt wird – und ob beschädigte Deckstücke ersetzt werden.
  • Ausbau und Entsorgung des alten Kehlblechs als eigene Position.
  • Die Prüfung von Unterlage und Kehlsparren samt dem Vorgehen, falls Holz feucht oder geschädigt ist.
  • Anschluss oder Erneuerung der zweiten wasserführenden Ebene im Kehlbereich.
  • Den Werkstoff des neuen Kehlblechs und seine Verträglichkeit mit Rinne und angrenzenden Blechen.
  • Die Befestigung über Haften und die Ausbildung des Wasserfalzes – samt der Angabe, nach welcher Vorgabe der Betrieb beides ausführt.
  • Zuschnitt und Sicherung der Deckstücke am Kehlrand, ohne das neue Blech zu beschädigen.
  • Den Zugang – Gerüst, Hubarbeitsbühne oder Sicherung auf der Dachfläche – als eigene Position.
  • Fotos vom geöffneten Zustand vor dem Einbau und vom fertigen Zustand danach, jeweils mit Datum.

Entscheidend ist der Blick auf das geöffnete Dach. Erst wenn die Deckung aufgenommen ist, zeigt sich, ob Kehlsparren und Unterlage trocken geblieben sind. Ein Angebot, das dafür eine Regel vorsieht – Fotos, Rückmeldung, Freigabe einer Zusatzposition –, macht aus einer Überraschung eine Entscheidung, die vor der Weiterarbeit getroffen wird.

Am Mehrfamilienhaus und am Gewerbeobjekt kommt die Nutzung unter dem Dach hinzu. Wo die Kehle über einem bewohnten Dachgeschoss oder einer Lagerfläche liegt, gehören das Zeitfenster und der Schutz vor Niederschlag während der offenen Phase in die Abstimmung mit dem ausführenden Betrieb.

Kehlblech erneuern: wovon die Kosten abhängen

Die Kosten für ein neues Kehlblech setzen sich aus dem Blech und der Arbeit drumherum zusammen. Sie hängen an der Kehllänge, an der Menge der Deckung, die aufgenommen und wieder eingedeckt wird, am Werkstoff, am Zustand von Unterlage und zweiter Ebene sowie am Zugang über Gerüst oder Hubarbeitsbühne.

Die Deckungsart bestimmt, wie viel Deckung am Kehlrand aufgenommen werden muss und wie aufwendig der Zuschnitt beim Wiedereindecken ausfällt. Eine eingebundene Kehle aus dem Deckwerkstoff selbst ist eine andere Arbeit als ein Blechwechsel an einer offenen Metallkehle.

Einen großen Unterschied macht, was unter dem alten Blech zum Vorschein kommt. Ist die Unterlage trocken, bleibt es beim Blechwechsel; sind Kehlsparren, Schalung oder Dämmung durchfeuchtet, kommen Holz- und Dämmarbeiten hinzu. Diesen Teil kennt vor der Öffnung niemand sicher – er wird deshalb nach Befund abgerechnet oder als Eventualposition angeboten.

Kosten lassen sich bündeln. Steht ohnehin ein Gerüst – für eine Umdeckung, eine Rinnenerneuerung oder Arbeiten an einer Gaube –, wird die Kehle im selben Zug geprüft und bei Bedarf erneuert. Bei mehreren Objekten lohnt es, Kehlen als eigenen Punkt im Befund zu führen, damit Erneuerungen geplant statt nach dem Wassereintritt beauftragt werden.

Die Dachkehle in der Dachwartung: Befund, Versicherung und Nachweis

Die Dachkehle gehört zu den Stellen, die eine Wartung am geneigten Dach ansieht. Geprüft werden Ablagerungen im Kehlgrund, Zustand und Rost des Blechs, die Lage der Deckstücke am Kehlrand und Spuren im Dachraum darunter. Festgehalten wird der Befund mit Datum, Ort und Foto – er ist die Grundlage jeder späteren Entscheidung über Reinigung oder Erneuerung.

Der Zustand des Dachs ist auch Teil des Versicherungsvertrags. Die GDV-Musterbedingungen für die Wohngebäudeversicherung verlangen, versicherte Sachen stets in ordnungsgemäßem Zustand zu erhalten, nennen Dächer dabei ausdrücklich und fordern, Mängel unverzüglich zu beseitigen (VGB 2022, A 20.1.1); der eigene Vertrag kann davon abweichen. Was eine Verletzung dieser Obliegenheit auslöst, steht in Dachwartung und Gebäudeversicherung: Obliegenheit, Kürzung, Nachweis.

Wie oft eine Kehle angesehen wird, folgt dem Takt der Dachwartung und der Lage des Gebäudes – ein Grundstück mit Baumbestand füllt eine Kehle schneller als ein frei stehendes Dach. Den Takt selbst behandelt Wartungsintervalle Flachdach: Wie oft muss gewartet werden?, der auch für das geneigte Dach gilt.

Eine Dachkehle lässt sich warten, bevor das Holz darunter nass wird. Den Dach-Check fordern Sie kostenlos und unverbindlich an – schildern Sie, wo im Gebäude Feuchte auftritt und bei welchem Wetter.

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Fazit zur undichten Dachkehle: was vor der Beauftragung feststehen sollte

An der undichten Dachkehle entscheiden vor der Beauftragung Ort, Wetter und Ursache des Wassereintritts über den richtigen Weg. Zu klären ist, ob die Ursache am Blech selbst liegt oder am Weg dorthin – Rückstau, Überdeckung, Wasserfalz –, und ob ein datierter Befund vorliegt, an dem sich der Verlauf messen lässt.

Das Wasser kommt nur bei Starkregen oder Schnee

Dann spricht vieles für Rückstau. Reinigung und das Richten der Deckstücke stehen zuerst an – mit einem Blick auf das Blech, wenn die Kehle ohnehin frei ist.

Das Wasser kommt bei jedem Regen

Dann liegt die Ursache eher im Blech oder in der Überdeckung. Ob ein neues Kehlblech oder das Richten der Deckung nötig ist, zeigt der Befund am geöffneten Kehlrand.

Es gibt keinen datierten Befund

Dann fehlt die Grundlage, um Ursache, Umfang und Verlauf zu beurteilen – und der Nachweis gegenüber dem Versicherer.

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Häufige Fragen zur undichten Dachkehle

Eine Dachkehle wird undicht, wenn das Wasser zweier Dachflächen den Kehlgrund verlässt – durch Rückstau, ein beschädigtes Kehlblech oder eine zu knappe Überdeckung. Welcher Weg vorliegt, entscheidet, ob eine Reinigung genügt oder das Kehlblech erneuert wird.

Was ist eine Dachkehle?

Eine Dachkehle ist die einspringende Linie, an der zwei geneigte Dachflächen zusammentreffen, etwa am Winkelbau, an einer Gaube oder an einem Anbau. Sie sammelt das Niederschlagswasser beider Flächen und führt es zur Traufe. Ausgekleidet wird sie meist mit einem Kehlblech; bei der eingebundenen Kehle bildet der Deckwerkstoff selbst die Rinne.

Warum wird eine Dachkehle undicht?

Eine Dachkehle wird undicht, wenn Wasser den Kehlgrund verlässt. Zu den Ursachen gehören Rückstau durch Laub, Nadeln, Moos oder Eis, ein korrodiertes oder beim Zuschnitt eingeschnittenes Kehlblech, ein verformter Wasserfalz und eine zu knappe Überdeckung durch die angrenzende Deckung. Fehlt darunter eine intakte zweite Ebene, erreicht das Wasser direkt Holz und Dämmung.

Welche Spuren hinterlässt eine undichte Dachkehle unter dem Dach?

Unter einer undichten Dachkehle zeigen sich Feuchteränder und dunkle Verfärbungen am Kehlsparren sowie nasse Stellen an Schalung oder Unterdeckung in der Flucht der Kehle. Auch Dämmung oder Decke darunter können Flecken tragen. Die sichtbare Spur kann ein Stück tiefer liegen als die Fehlstelle, weil das Wasser unter der Deckung erst abwärts läuft.

Was ist ein Kehlblech?

Ein Kehlblech ist das vorgeformte Blech, das die Kehle eines Steildachs auskleidet und das Wasser beider Dachflächen zur Traufe führt. Es liegt unter den Rändern der angrenzenden Deckung, wird in der Regel über Haften befestigt und trägt an den Rändern einen Wasserfalz, der verhindert, dass Regenwasser das Blech seitlich unterläuft.

Darf ein Kehlblech aus Kupfer über einer Dachrinne aus Zink liegen?

Ein Kehlblech aus Kupfer über einer Zinkrinne ist eine ungünstige Werkstoffpaarung. Läuft Wasser von der Kupferkehle in Fließrichtung über Zink, kann es das Zink korrosiv angreifen, weil ausgeschwemmte Kupferionen sich dort einlagern. Die Anwendungstechnik eines Zinkherstellers empfiehlt deshalb, Kehle und Rinne aus demselben Werkstoff auszuführen (IKZ-Haustechnik 24/2006).

Wann genügt es, eine Dachkehle zu reinigen, statt das Kehlblech zu erneuern?

Eine Reinigung der Dachkehle genügt, wenn Rückstau durch Laub, Nadeln, Moos oder Eis den Wassereintritt verursacht und das Kehlblech intakt ist. Intakt heißt: ohne Rost, ohne Kerben, mit unverformtem Wasserfalz. Ob das zutrifft, zeigt erst der Befund am gereinigten Kehlgrund; an der geschlossenen Kehle werden dafür Deckstücke am Rand angehoben.

Muss für ein neues Kehlblech die Dachdeckung aufgenommen werden?

Für ein neues Kehlblech wird die Deckung auf beiden Seiten der Kehle aufgenommen, weil das Blech unter den Rändern der angrenzenden Deckstücke liegt. Nach dem Einbau wird wieder eingedeckt und am Kehlrand zugeschnitten. Wie breit der aufgenommene Streifen ausfällt, hängt von Kehlart, Deckwerkstoff und dem Zustand der Unterlage ab.

Wovon hängen die Kosten ab, ein Kehlblech zu erneuern?

Die Kosten für ein neues Kehlblech setzen sich aus Blech, Arbeit und Zugang zusammen. Sie hängen von Kehllänge, Kehlart und Deckwerkstoff ab, von der Menge der aufzunehmenden und wieder einzudeckenden Deckung, vom Blechwerkstoff, von Gerüst oder Hubarbeitsbühne und davon, ob unter dem alten Blech feuchtes Holz oder nasse Dämmung zum Vorschein kommt.

Was ist eine eingebundene Kehle?

Eine eingebundene Kehle ist eine Kehle ohne sichtbares Blech: Die Deckstücke werden in einer Rundung durchgehend von einer Dachfläche in die andere gedeckt. Ihre Dichtheit hängt an der Überdeckung der einzelnen Stücke und an der Ebene darunter. Eine Instandsetzung betrifft deshalb die Deckung selbst und nicht den Tausch eines Blechs.

Regelwerke & Quellen: Fachregel für Metallarbeiten im Dachdeckerhandwerk und Fachregel für Dachdeckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen aus dem Regelwerk des Deutschen Dachdeckerhandwerks (Ausführung von Kehlen) · BBSR-Nutzungsdauertabelle, Datei-Stand 13.03.2026, Ref.-Nr. 363.313.25 (Unterdeckung aus diffusionsoffener Kunststofffolie) · GDV, Allgemeine Wohngebäude Versicherungsbedingungen VGB 2022 (Stand Juni 2026), A 20.1.1 · IKZ-Haustechnik Heft 24/2006, S. 68, Leserforum „Zink + Kupfer?“ (Werkstoffpaarung von Kehle und Rinne) · Verlegehinweis eines Kehlblech-Herstellers (Befestigung mit Haften, Wasserfalz, Schnitttiefe beim Zuschnitt).

Undichte Dachkehle: Anfrage für ein oder mehrere Objekte

Für eine undichte Kehle zählen Kehlart, Deckung und die Stelle, an der Feuchte auftritt. Den Dach-Check fordern Sie kostenlos und unverbindlich an – schildern Sie Kehlart, Deckung und wo die Feuchte auftritt:

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