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Ratgeber · Für Verwaltungen, Bestandshalter und Gewerbeobjekte

Dachbegrünung warten: Pflegegänge, Pflegevertrag und die Abdichtung darunter

Eine Dachbegrünung braucht mindestens zwei Pflegegänge im Jahr und zweimal jährlich eine Kontrolle der technischen Einrichtungen. Die Verantwortung dafür liegt beim Gebäudeeigentümer, und die Arbeit verlangt gärtnerische Fachkunde. Bleibt sie aus, wächst die Fläche zu, das Substrat verweht, und die wurzelfeste Folie liegt ungeschützt in Temperaturwechseln – die Begrünung schützt das Dach dann nicht mehr, sondern belastet es.

Zuletzt geprüft: 29. August 2026 · Verfasst und aus der Praxis geprüft von Thorge Harms, Geschäftsführer Dachwartung Profi

Dachbegrünung warten: woraus die Pflegepflicht am eigenen Dach folgt

Die Pflege einer Dachbegrünung liegt in der Verantwortung der Gebäudeeigentümer – bei öffentlichen wie bei privaten Gebäuden. Dazu treten zwei objektbezogene Bindungen: eine Festsetzung im Bebauungsplan, die Bepflanzungen auch für Teile baulicher Anlagen anordnen und an ihre Erhaltung binden kann, und die Auflagen einer Förderung, die den Fortbestand der Begrünung voraussetzt.

Die baurechtliche Seite ist konkreter, als es auf den ersten Blick wirkt. Ein Bebauungsplan kann das Anpflanzen von Bepflanzungen und Bindungen für ihre Erhaltung festsetzen, ausdrücklich auch für Teile baulicher Anlagen (§ 9 Abs. 1 Nr. 25 BauGB). Wo eine solche Festsetzung greift, ist die Begrünung nicht nur ein Bauteil, sondern eine planungsrechtliche Vorgabe; nach § 178 BauGB kann die Gemeinde den Eigentümer durch Bescheid verpflichten, sein Grundstück innerhalb einer angemessenen Frist entsprechend diesen Festsetzungen zu bepflanzen.

Die zweite Bindung ist wirtschaftlicher Natur. Begrünte Dächer werden vielerorts durch kommunale Förderprogramme und durch Zuschüsse beim Niederschlagswasserentgelt unterstützt, und die regelmäßige Pflege gehört zu den Voraussetzungen, unter denen direkte und indirekte Zuschüsse Bestand haben. Welche Auflage für Ihr Objekt gilt, steht im Förder- oder Gebührenbescheid, nicht im Regelwerk.

Davon unberührt bleibt die allgemeine Verkehrssicherungspflicht am Dach, die ohnehin für jede Fläche gilt; ihre Dogmatik und die einschlägige Rechtsprechung behandelt Wartungspflicht am Dach: wer sie trägt und wer haftet.

Was für Ihr Objekt gilt, klärt der Dach-Check.

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Extensive Sedumbegrünung auf einem Flachdach, davor ein vegetationsfreier Kiesstreifen an der Attika und ein Kontrollschacht mit hochgeklapptem Gitterrost über dem Dachablauf; in der Fläche eine kahle Stelle mit freiliegendem Substrat

Fertigstellungs-, Entwicklungs- und Unterhaltungspflege: die drei Phasen am Gründach

Die Pflege einer extensiven Dachbegrünung wird nach Zeitabständen unterteilt. Direkt nach dem Einbau läuft die Fertigstellungspflege über etwa zwölf Monate, danach setzt die Entwicklungspflege ein, und mit dem erreichten Vegetationsziel beginnt die dauerhafte Unterhaltungspflege. Die Wartung der technischen Einrichtungen gehört zu allen drei Phasen dazu.

Phase Zeitraum Ziel Ausführung
Fertigstellungspflege etwa zwölf Monate ab der Vegetationsausbringung den Anwuchserfolg sichern, bis der abnahmefähige Zustand erreicht ist Fachbetriebe des Garten- und Landschaftsbaus
Entwicklungspflege ab der Abnahme bis zum Vegetationsziel; im Phasenbild bis in den Bereich von rund 48 Monaten den funktionsfähigen Zustand der Dachbegrünung erreichen gärtnerisch geschultes Fachpersonal
Unterhaltungspflege dauerhaft, sobald das Vegetationsziel erreicht ist Zielvegetation, Substratdecke und freie Entwässerung erhalten gärtnerisch geschultes Fachpersonal
Wartung in allen drei Phasen, unabhängig vom Alter der Begrünung die technischen Einrichtungen auf dem Dach funktionsfähig halten in jeder Phase mitlaufend, mindestens zweimal jährlich

Für den Bestandshalter ist die Grenze zwischen zweiter und dritter Phase die wichtigste, denn an ihr wechselt regelmäßig auch der Vertragspartner. Die Fertigstellungspflege ist Teil der Errichtung und liegt beim ausführenden Betrieb; die Unterhaltungspflege ist eine dauerhaft wiederkehrende Leistung, die eigens beauftragt und verlängert werden muss. Genau an dieser Nahtstelle bleibt die Pflege im Objektbetrieb liegen, weil niemand sie noch für offen hält.

Das Phasenbild des Forschungsvorhabens setzt den Übergang an einem abnahmefähigen Zustand mit 60 Prozent Deckung an und verortet die Erreichung des Vegetationsziels im Bereich von rund 48 Monaten nach der Vegetationsausbringung. Eine junge Begrünung ist damit über mehrere Jahre in einem Zustand, in dem sie Aufmerksamkeit braucht und noch keinen vollen Schutz für die Abdichtung leistet.

Wie viele Pflegegänge eine extensive Dachbegrünung im Jahr braucht

Eine extensive Dachbegrünung sollte mindestens zweimal im Jahr gepflegt werden, vorzugsweise im Frühjahr und im Herbst. Das Forschungsvorhaben zur Gründachpflege hält drei bis vier Pflegegänge für sinnvoller, weil sich die Zielvegetation dann besser etabliert und der Aufwand für das Entfernen des unerwünschten Bewuchses über die Jahre abnimmt.

Interessant ist der Abstand zwischen Vorgabe und Praxis. Die Dachbegrünungsrichtlinien der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau in der Ausgabe 2018 nennen zwei bis vier Pflegegänge je Jahr. Die Befragung der Objekteigentümer an 74 untersuchten Dachbegrünungen in Hamburg, Berlin, Stuttgart und München ergab dagegen: gepflegt wird in der Regel ein- bis zweimal im Jahr, am häufigsten in München, am seltensten in Berlin. Gedüngt wurde sehr selten; die einschlägigen Fachregeln waren den Befragten überwiegend nicht bekannt.

Die Untersuchung verknüpft beides mit dem Ergebnis auf der Fläche: Wo häufiger gepflegt wurde, war der unerwünschte Bewuchs gering und die Zielvegetation entwickelte sich besser. Die höheren Kosten mehrerer Gänge zahlen sich nach dieser Beobachtung später aus, weil der Pflegeaufwand mit den Jahren sinkt, sobald sich die Zielvegetation durchgesetzt hat.

Wichtige Einschränkung: Pflegegänge der Begrünung sind nicht der Wartungstakt der Dachfläche und ersetzen ihn nicht. Wie oft die Dachfläche selbst begangen wird, steht in Wartungsintervalle Flachdach; der eigene Prüfabstand der Entwässerungsanlage steht in Flachdachentwässerung warten.

Was an einer Dachbegrünung gewartet wird: Entwässerung, Abdichtung, Randstreifen

Die Wartung am Gründach gilt den technischen Einrichtungen und ist von der Pflege der Vegetation zu trennen. Vier Gegenstände sollten mindestens zweimal jährlich auf ihre Funktionsfähigkeit kontrolliert werden, und zwar unabhängig vom Alter der Begrünung: die Entwässerung, die Standfestigkeit der Aufbauten, die Dachabdichtung und die vegetationsfreien Streifen.

  • Einrichtungen für die Entwässerung auf Sauberkeit – Kontrollschächte, Dachabläufe und Entwässerungsrinnen. Ein zugesetzter Kontrollschacht ist unter einem Begrünungsaufbau von außen nicht zu sehen.
  • Bauteile auf dem Dach auf Standfestigkeit – alles, was auf oder in der Fläche steht und dessen Verankerung die Abdichtung durchdringt oder auflastet.
  • Die Dachabdichtung durch Sichtung – vor allem an Dachrändern und Durchdringungen, also dort, wo die Abdichtung unter dem Aufbau überhaupt noch einsehbar ist.
  • Kiesstreifen und Plattenbeläge frei von Bewuchs – das Freihalten der Rand- und Sicherheitsstreifen ist auch aus Gründen des Brandschutzes erforderlich; Moose und Sedumarten können dabei toleriert werden.

Der dritte Punkt ist der, an dem Gründach und unbegrüntes Flachdach auseinandergehen. Unter einem Begrünungsaufbau ist die Abdichtung über weite Strecken nicht einsehbar, und ein Schaden zeigt sich dort nicht als Pfütze, sondern erst als Feuchte im Gebäude. Sichtbar bleiben Ränder, Anschlüsse und Durchdringungen – und genau deshalb sind sie der Ort, an dem die Sichtkontrolle ansetzt. Was ein Wassereintritt im Aufbau darunter anrichtet, behandelt Feuchteschäden in der Flachdachdämmung.

Für die Abdichtung selbst gilt weiterhin das Regelwerk der Abdichtung: DIN 18531 behandelt in ihrem Teil 4 in der Ausgabe 2025-08 die Instandhaltung. Ein eigenes DIN-Regelwerk zur Dachbegrünung existiert nicht; maßgeblich sind dort die Dachbegrünungsrichtlinien der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau in der Ausgabe 2018.

Was unterlassene Gründachpflege am Gebäude auslöst

Unterlassene Gründachpflege trifft nicht nur die Vegetation, sondern das Bauwerk. Das Forschungsvorhaben nennt acht Ursachen, die im Bestand am häufigsten zu Schäden an Begrünung und Gebäude führen – vom Gehölzsämling über die Substratverwehung bis zum verschmutzten Kontrollschacht. Sie betreffen Abdichtung, Entwässerung, Brandschutz und den Zugang zur Fläche.

Befund auf der Fläche Was daraus folgt Betroffen
Sämlinge von Gehölzen und dominierender Fremdbewuchs Die Vegetation bildet sich um, das Vegetationsziel wird nicht erreicht, und Gehölze erhöhen die Traglast. Vegetation und Tragwerk
Substratverwehung und freigelegtes Vlies Die Funktionalität der Dachbegrünung sinkt, und die wurzelfeste Folie liegt ohne schützende Auflage frei. Abdichtung
Lückenhafte Vegetationsdecke Der thermische Schutz der Folie geht verloren; bei Dauerfrost ist eine Materialermüdung möglich. Abdichtung
Verschmutzte Kontrollschächte, Dachabläufe und Rinnen Auf dem Dach bildet sich Staunässe. Entwässerung
Bewuchs auf Rand- und Sicherheitsstreifen Die brandschutzrechtliche Anforderung an den vegetationsfreien Streifen ist nicht mehr erfüllt. Brandschutz
Falsche Entwässerung benachbarter Dachflächen auf die Begrünung Fremdwasser läuft punktuell auf den Aufbau; die Einleitung gehört fachlich korrigiert. Entwässerung
Vergessenes Arbeitsmaterial auf der Fläche Fremdmaterial bleibt auf dem Aufbau liegen und ist fachgerecht zu entsorgen. Abdichtung
Ungesicherter Dachzugang und unbrauchbarer Wasseranschluss Pflege- und Wartungsgänge lassen sich nicht arbeitsschutzgerecht ausführen und unterbleiben. Zugang und Arbeitsschutz

Der am wenigsten bekannte Mechanismus steht in der dritten Zeile und betrifft die Temperatur. Messungen an der wurzelfesten Folie zeigen, dass eine flächendeckende Vegetation die Temperaturschwankungen auf der Folie im Sommer wie im Winter abpuffert; ohne Vegetation ist mit größeren Ausschlägen zu rechnen. Die Folie soll Lufttemperaturen unter minus 20 Grad Celsius nicht ausgesetzt sein, und bei Dauerfrost ohne Vegetationsdecke ist eine Materialermüdung möglich. Ein ausreichender thermischer Schutz entsteht nur durch eine intakte Begrünung.

Praktisch heißt das für den Bestand: Vegetationslücken auf dem Substrat sind keine Schönheitsfrage, sondern der Punkt, an dem die Schutzwirkung der Begrünung endet. Sie gehören durch Nachsäen oder Nachpflanzen geschlossen, und freigelegtes Vlies gehört schnellstmöglich wieder mit Substrat und Vegetation abgedeckt.

Die vierte Zeile hat eine erfreuliche Kehrseite: In der Befragung wurden das Freihalten der Kiesstreifen und das Reinigen der Abläufe in der Regel durchgeführt, verschmutzte Abläufe waren die Ausnahme. Wo sich Wasser dennoch hält, liegt die Ursache selten am Aufbau selbst – die Systematik dazu steht in Stehendes Wasser auf dem Flachdach.

Der Pflegevertrag für ein Gründach: was darin geregelt sein muss

Ein Pflegevertrag für ein Gründach ist erst dann brauchbar, wenn er die Zahl der Gänge, den Umfang jedes Gangs und die Wartung der technischen Einrichtungen einzeln benennt. Eine Position „Gründachpflege nach Bedarf“ lässt offen, was geleistet wird – und genau das ist der Punkt, an dem Düngung, Substratergänzung und Ablaufkontrolle regelmäßig entfallen. Die Einzelbenennung zahlt doppelt: Ob der wiederkehrende Pflegeturnus im Wohnraummietverhältnis als Betriebskosten umlagefähig ist, entscheidet sich nach denselben Regeln wie bei der Dachwartung – sie stehen in Dachwartung als Nebenkosten: Umlage im Wohnraummietverhältnis.

  • Die Zahl der Pflegegänge je Jahr, mit den Monaten, in denen sie stattfinden – zwei Gänge sind das Mindestmaß der Untersuchung, drei bis vier ihre Empfehlung.
  • Der Leistungsumfang je Pflegegang: unerwünschter Bewuchs einschließlich Gehölzsämlingen, Vegetationsschnitt mit Abfuhr des Schnittguts, Nachfüllen von Substrat bei Erosion und das Schließen von Fehlstellen.
  • Die Düngung als eigener Vertragspunkt mit Zeitpunkt – sie ist die Maßnahme, die in der Befragung der Objekteigentümer am häufigsten unterblieb.
  • Die Wartung der Entwässerungseinrichtungen als eigene Position: Kontrollschächte, Dachabläufe und Entwässerungsrinnen auf Sauberkeit, Aufbauten auf Standfestigkeit.
  • Die Sichtkontrolle der Dachabdichtung an Dachrändern und Durchdringungen, mit einem benannten Meldeweg für Befunde an den Dachfachbetrieb.
  • Das Freihalten der Rand- und Sicherheitsstreifen sowie der Plattenbeläge von Laub und funktionsbeeinträchtigendem Bewuchs.
  • Ein Protokoll je Pflegegang mit Datum, ausgeführten Arbeiten und festgestellten Mängeln – ohne diese Aufzeichnung ist der Pflegestand später nicht belegbar.
  • Die Qualifikation des ausführenden Personals: die Pflege einer Dachbegrünung setzt gärtnerische Fachkunde voraus.
  • Der Dachzugang und die Absturzsicherung, die jeder Pflege- und Wartungsgang auf der Fläche voraussetzt.

Zwei Leistungen laufen dabei auseinander, und das ist der häufigste Konstruktionsfehler. Die Pflege der Vegetation gehört fachlich in den Garten- und Landschaftsbau, die Beurteilung von Abdichtung, Anschluss und Ablauf in den Dachfachbetrieb. Ein Pflegevertrag ohne benannten Meldeweg für Abdichtungsbefunde hinterlässt genau die Lücke, in der ein aufgefallener Schaden niemanden erreicht, der ihn bewerten kann.

Was einen Wartungsvertrag am Dach allgemein trägt – Laufzeit, Kündigung, Leistungsbeschreibung, Haftungsfragen –, steht in Wartungsvertrag Dach: Inhalt und Checkliste. Die Punkte oben ergänzen ihn um das, was nur eine begrünte Fläche braucht.

Der Pflegestand einer begrünten Fläche lässt sich feststellen. Ob Ihre Dachbegrünung ihre Schutzwirkung noch erfüllt und welche Positionen ein Pflegevertrag für Ihr Objekt braucht, klärt der Dach-Check – kostenlos und unverbindlich angefordert.

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Was die Pflege einer Dachbegrünung kostet und welche Fachkunde sie verlangt

Für die jährlich anfallende Pflege und Wartung einer herkömmlichen extensiven Dachbegrünung sind nach erhobenen Werten eines staatlich geförderten Forschungsvorhabens 1 bis 2 Euro je Quadratmeter und Jahr angesetzt (Stand 2021). Maßgeblich ist der Zustand der Fläche: Eine vernachlässigte Begrünung kostet in der Rückführung mehr als eine durchgängig gepflegte.

Drei Abweichungen von diesem Rahmen sind benannt. Die Fertigstellungspflege liegt in der Regel über der Entwicklungs- und Unterhaltungspflege. Biodiversitätsdächer verlangen wegen der Artenvielfalt und der zusätzlichen Aufbauten mehr. Und bei Solar-Gründächern ist der Aufwand sehr individuell und in der Regel höher als bei einer herkömmlichen extensiven Begrünung – die Anlagenteile stehen auf der Fläche, unter der die Abdichtung liegt.

Der zweite Kostenfaktor ist die Qualifikation, und er wird unterschätzt. Die Pflege einer Dachbegrünung verlangt gärtnerisch geschultes Personal; wird sie fachfremd ausgeführt, fallen die Pflegegänge nicht immer sachgerecht aus, und es können ökonomische wie ökologische Nachteile an Bauwerk und Begrünung entstehen. In der Befragung waren die einschlägigen Fachregeln fachfremden Firmen häufig nicht bekannt – was sich an der ausbleibenden Düngung unmittelbar ablesen ließ.

Gründach, Retentionsdach und Dachterrasse: welche Pflege wohin gehört

Ein Gründach, ein Retentionsdach und eine genutzte Dachfläche unterscheiden sich in dem, was auf ihnen zu tun ist. Die extensive Begrünung zählt zu den nicht genutzten Dachflächen und braucht Pflege der Vegetation; die Rückhaltung braucht eine funktionsfähige Drossel; die genutzte Fläche braucht Zugang zur Abdichtung unter dem Belag.

Die Verwechslung, die im Objektbetrieb Geld kostet, betrifft die ersten beiden. Eine Begrünung verzögert den Abfluss über Substrat und Dränschicht, ein Retentionsdach hält ein berechnetes Volumen über eine Drossel zurück. Beide Bauweisen lassen sich kombinieren, dann liegt die Drossel unter dem Begrünungsaufbau – und ihre Pflege folgt anderen Regeln als die der Vegetation darüber. Was dort zu beachten ist, steht in Retentionsdach warten: Drossel, Anstauhöhe und der Nachweis.

Für die laufende Betreuung einer begrünten Flachdachfläche im Bestand – fester Turnus, gleichbleibendes Befundprotokoll, ein Ansprechpartner über mehrere Objekte – ist die Flachdachwartung der passende Rahmen. Die Prüfpunkte einer einzelnen Begehung stehen in Flachdach-Inspektion: die Checkliste für Ihre Begehung.

Fazit zur Dachbegrünung: vier Fragen an den eigenen Pflegestand

Ob eine Dachbegrünung das Dach schützt oder belastet, entscheidet sich an vier Angaben aus dem eigenen Objekt: Wie viele Pflegegänge sind je Jahr beauftragt? Sind die Entwässerungseinrichtungen und die Abdichtungsränder Teil des Auftrags? Ist die Vegetationsdecke geschlossen? Und ist die Begrünung im Bebauungsplan oder in einem Förderbescheid gebunden?

Zwei Pflegegänge sind beauftragt

Dann ist das Mindestmaß erreicht. Prüfen Sie, ob die Wartung der Entwässerungseinrichtungen und die Sichtkontrolle der Abdichtung als eigene Positionen darin stehen.

Gepflegt wird einmal jährlich oder seltener

Dann liegt die Fläche unter dem Mindestmaß der Untersuchung. Der erste Schritt ist eine Zustandsaufnahme, nicht sofort ein größerer Pflegeauftrag.

Die Vegetationsdecke ist lückig

Dann fehlt der Abdichtung ihr thermischer Schutz, und das Substrat verweht weiter. Lücken gehören geschlossen, bevor das Vlies freiliegt.

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Der Zustand einer begrünten Dachfläche ist feststellbar, bevor Feuchte im Gebäude ankommt. Welche Positionen für Ihr Objekt fehlen, klärt der Dach-Check – kostenlos und unverbindlich angefordert.

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Häufige Fragen zur Pflege und Wartung einer Dachbegrünung

Zur Pflege und Wartung von Dachbegrünungen wiederholen sich zehn Fragen. Die wichtigste vorweg: Eine Dachbegrünung ist kein wartungsfreies Bauteil, sondern eine Vegetationsfläche über einer Abdichtung – und ihr Schutzwert für das Dach hängt daran, dass die Vegetationsdecke geschlossen und die Entwässerung frei bleibt.

Muss eine Dachbegrünung gewartet werden?

Eine Dachbegrünung muss gepflegt und gewartet werden, und die Verantwortung dafür liegt bei den Gebäudeeigentümern. Die Pflege hält die Vegetation im Zielzustand, die Wartung hält die technischen Einrichtungen unter und neben dem Aufbau funktionsfähig. Wo ein Bebauungsplan die Begrünung festsetzt oder eine Förderung sie auflegt, kommt die Bindung an diese Vorgaben hinzu.

Wie oft muss eine extensive Dachbegrünung gepflegt werden?

Eine extensive Dachbegrünung sollte mindestens zweimal im Jahr gepflegt werden, vorzugsweise im Frühjahr und im Herbst. Aus den Ergebnissen des Forschungsvorhabens zur Gründachpflege sind drei bis vier Pflegegänge je Jahr sinnvoller, weil sich die Zielvegetation dann besser etabliert und der unerwünschte Bewuchs über die Jahre abnimmt.

Was gehört zur Unterhaltungspflege einer Dachbegrünung?

Zur Unterhaltungspflege einer Dachbegrünung gehören das Entfernen unerwünschten Bewuchses und des Laubs, der Vegetationsschnitt mit Abfuhr des Schnittguts, das Nachfüllen von Substrat bei Erosion mit anschließender Nachsaat, das Schließen von Fehlstellen sowie das Freihalten der technischen Einrichtungen und der Rand- und Sicherheitsstreifen von Vegetation.

Worin unterscheiden sich Pflege und Wartung bei einer Dachbegrünung?

Pflege und Wartung unterscheiden sich am Gegenstand. Die Pflege gilt der Vegetation und dem Substrat und hängt vom Alter der Begrünung ab. Die Wartung gilt den technischen Einrichtungen – Entwässerung, Aufbauten, Abdichtung, Randstreifen – und ist unabhängig vom Alter der Begrünung auszuführen. Beide laufen in jeder Pflegephase nebeneinander.

Was kostet die Pflege einer Dachbegrünung pro Quadratmeter?

Für die jährlich anfallende Pflege und Wartung einer herkömmlichen extensiven Dachbegrünung sind nach erhobenen Werten eines staatlich geförderten Forschungsvorhabens 1 bis 2 Euro je Quadratmeter und Jahr angesetzt (Stand 2021); maßgeblich ist der Zustand der Fläche. Die Fertigstellungspflege liegt darüber, Solar-Gründächer ebenfalls.

Was passiert mit der Abdichtung, wenn die Dachbegrünung nicht gepflegt wird?

Bleibt die Dachbegrünung ungepflegt, verliert die Abdichtung ihren Schutz von oben. Substratverwehungen und Vegetationslücken legen die wurzelfeste Folie frei, die dann ungebremsten Temperaturwechseln ausgesetzt ist; bei Dauerfrost ist eine Materialermüdung möglich. Gehölzsämlinge erhöhen zugleich die Auflast und wachsen mit aggressiven Wurzeln in den Aufbau.

Wer darf eine Dachbegrünung pflegen?

Die Pflege einer Dachbegrünung verlangt gärtnerische Fachkunde. Wird sie nicht von entsprechend geschultem Personal ausgeführt, fallen die Pflegegänge nicht immer sachgerecht aus, und es können ökonomische wie ökologische Nachteile an Bauwerk und Begrünung entstehen. In der Befragung waren die einschlägigen Fachregeln fachfremden Firmen häufig nicht bekannt.

Wie lange dauert die Fertigstellungspflege nach dem Einbau einer Dachbegrünung?

Die Fertigstellungspflege einer extensiven Dachbegrünung dauert in der Regel etwa zwölf Monate ab der Vegetationsausbringung und wird von Fachbetrieben des Garten- und Landschaftsbaus ausgeführt. Sie endet, wenn der abnahmefähige Zustand erreicht ist; anschließend übernimmt die Entwicklungspflege, bis die Begrünung ihr Vegetationsziel erreicht hat.

Kann eine Gemeinde die Erhaltung einer Dachbegrünung verlangen?

Ein Bebauungsplan kann für Teile baulicher Anlagen das Anpflanzen von Bepflanzungen festsetzen und Bindungen für deren Erhaltung anordnen; die Grundlage ist § 9 Abs. 1 Nr. 25 BauGB. Nach § 178 BauGB kann die Gemeinde den Eigentümer durch Bescheid verpflichten, sein Grundstück entsprechend diesen Festsetzungen innerhalb einer angemessenen Frist zu bepflanzen.

Was gehört in einen Pflegevertrag für ein Gründach?

Ein Pflegevertrag für ein Gründach benennt die Zahl der Pflegegänge je Jahr mit ihren Monaten, den Leistungsumfang je Gang, die Wartung der Entwässerungseinrichtungen, die Sichtkontrolle der Abdichtung samt Meldeweg, das Freihalten der Rand- und Sicherheitsstreifen, ein Protokoll je Gang sowie die Qualifikation des ausführenden Personals.

Rechtsgrundlagen & Quellen: BBSR-Online-Publikation 29/2021, „Gründachpflege – Nachhaltige Sicherstellung der positiven Wirkungen von Dachbegrünungen durch fachgerechte Pflege und Wartung“ (Herfort, Pflanz, Kappis, Mann, Tschuikowa, Bechstein, Maß; Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte an der Humboldt-Universität zu Berlin im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Bonn 2021) – Pflegephasen, Befragungsergebnis zu den Pflegegängen an 74 Objekten in vier Städten, Konzeption zu Unterhaltungspflege und Wartung, Schadensursachen bei fehlender Pflege, Temperaturmessungen an der wurzelfesten Folie sowie der Aufwandswert von 1 bis 2 Euro je Quadratmeter und Jahr · § 9 Abs. 1 Nr. 25 BauGB (Festsetzung von Bepflanzungen und Bindungen für ihre Erhaltung, auch für Teile baulicher Anlagen) · § 178 BauGB (Pflanzgebot) · Dachbegrünungsrichtlinien der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau, Ausgabe 2018, und DIN 18531-4 in der Ausgabe 2025-08 (Instandhaltung der Dachabdichtung) – beide kostenpflichtig und deshalb nur benannt und sinngemäß wiedergegeben.

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